Welches Ungeziefer ist es? Bestimmungstabelle der 8 häufigsten Küchenschädlinge
Bevor Sie zur Bekämpfung greifen, sollten Sie zunächst das Tier bestimmen. Größe, Farbe und Fundort geben erste Hinweise auf die Art. Achten Sie auch auf Fraßspuren an Verpackungen, Gespinste in Ecken und Larvenhäute.
| Schädling | Größe & Aussehen | Typischer Fundort | Schadbild |
|---|---|---|---|
| Lebensmittelmotte | 8–10 mm (in Ruhe); Dörrobstmotte mit zweifarbigen Vorderflügeln (körpernah hellgrau bis ockergelb, außen kupferfarben) | Mehl, Müsli, Trockenfutter | Gespinste, verklumpte Vorräte |
| Brotkäfer | 1–4 mm, rot- bis dunkelbraun | Getreideprodukte, Gewürze, getrocknete Kräuter | Kleine Löcher in Packungen |
| Speckkäfer | 7–9,5 mm, schwarz mit hellem, gelbbraunem Querband | Rauchfleisch, Trockenfutter, Felle | Fraßspuren, Larvenhäute |
| Deutsche Schabe | 13–16 mm, hellbraun, flink | Hinter Geräten, Ritzen | Kotspuren, verschmutzte Lebensmittel |
| Silberfischchen | 9–11 mm, silbergrau, silbrig glänzend | Feuchte Ecken, Spülbereich | Indikator für Feuchtigkeit |
| Ameisen | je nach Art etwa 1,2–5 mm, schwarz oder braun | Süße Speisereste, Straßen | Sichtbare Laufstraßen |
| Fruchtfliegen | 2–4 mm, hell- bis dunkelbraun mit gelber Zeichnung | Obstschale, Biomüll | Schwärme über Obst |
| Vorratsmilben | 0,3–0,7 mm, weißlich bis bräunlich | Mehl, Getreide | Bräunlicher Belag, süßlich-beißender Geruch |
Einen Mottenbefall erkennen Sie laut LAVES häufig schon an feinen Gespinsten an oder in der Verpackung. Gespinstfäden können aber auch von Brotkäfer-Larven stammen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Lebensmittelmotten loswerden. Für die mikroskopisch kleinen Milben liefern die Informationen des Umweltbundesamtes eine offizielle Einordnung.
Sind die Schädlinge gefährlich? Gesundheitsrisiko richtig einschätzen
Nicht jedes Ungeziefer ist gleich gefährlich. Silberfischchen und Staubläuse sind weitgehend harmlos, gelten aber als Warnsignal für zu hohe Feuchtigkeit. Brotkäfer übertragen laut Umweltbundesamt keine Krankheiten, verderben aber die befallenen Lebensmittel. Die Larven mancher kleiner Speckkäfer (Teppichkäfer) tragen feine Pfeilhaare, die bei einigen Menschen allergische Reaktionen auslösen können.
Deutlich kritischer sind Hygieneschädlinge: Auf Schaben wurden laut Umweltbundesamt etwa 40 Bakterienarten nachgewiesen, die Menschen krank machen können, zum Beispiel Salmonellen. Auch Stubenfliegen und Ameisen können Keime auf Lebensmittel tragen. Bei Kakerlaken in der Küche sollten Sie deshalb schnell handeln: Die Bekämpfung gehört laut LAVES grundsätzlich in die Hände eines geprüften Schädlingsbekämpfers.
Ungeziefer in der Küche bekämpfen: Der 3-Stufen-Aktionsplan
Bei Vorratsschädlingen empfiehlt das Umweltbundesamt diese Reihenfolge. Entfernen Sie nicht nur die sichtbaren Tiere, sondern entsorgen Sie auch befallene Vorräte und reinigen Sie Ritzen. Werden zum Beispiel Mehlmilben übersehen, können sie sich laut Umweltbundesamt wieder ausbreiten.
- Sofort alles Befallene entfernen: Kontrollieren Sie sämtliche Vorräte im betroffenen Schrank. Werfen Sie befallene oder verdächtige Lebensmittel in einen verschlossenen Müllbeutel und entsorgen Sie ihn sofort außerhalb der Wohnung.
- Behandlung durch Kälte oder Hitze: Vorräte, die in der Nähe lagern und nicht sichtbar befallen sind, frieren Sie laut Umweltbundesamt mindestens 24 Stunden, besser bis zu drei Tage bei minus 18 °C ein. Alternativ erhitzen Sie sie eine Stunde bei mindestens 60 °C im Backofen. So sterben mögliche Larven und Käfer ab. Bei Vorratsmilben empfiehlt das Umweltbundesamt, befallene Lebensmittel vor dem Entsorgen zehn Tage einzufrieren.
- Gründliche Reinigung & Nachkontrolle: Saugen Sie Schrank, Ritzen und Fugen aus, wischen Sie mit Essigwasser nach. Wiederholen Sie die Kontrolle über etwa zwei Wochen.
Bei Fruchtfliegen hilft laut Umweltbundesamt ein Glas mit Essigwasser und einem Spritzer Spülmittel. Wichtig ist, die Brutplätze zu finden und zu entfernen, etwa gärendes Obst und Küchenabfälle. Details zum Thema Fruchtfliegen loswerden haben wir gesondert beschrieben. Kommen Ameisenstraßen trotz Reinigung und Köderdose immer wieder, rät das Umweltbundesamt zu einem Fachbetrieb: Er bestimmt die Art und bekämpft dann gezielt. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite zur professionellen Ameisenbekämpfung.
Schädlingen in der Küche vorbeugen: Hygiene und richtige Lagerung
Lagern Sie Vorräte grundsätzlich in dicht schließenden Gefäßen aus Glas oder Kunststoff, halten Sie Schränke trocken und die Feuchtigkeit niedrig. Müllbehälter immer geschlossen halten, Speisereste nicht offen stehen lassen, Ritzen abdichten. Weitere Hinweise zur richtigen Lagerung gibt das Umweltbundesamt.
Häufig gestellte Fragen
Welches Ungeziefer gibt es in der Küche?
Typische Küchenschädlinge sind Lebensmittelmotten, Brotkäfer, Speckkäfer, Deutsche Schaben, Silberfischchen, Ameisen, Fruchtfliegen und Vorratsmilben. Dazu kommen Stubenfliegen. Sie verschmutzen Lebensmittel und Arbeitsflächen mit Speichel und Kot und können Krankheitserreger übertragen. Die Schädlinge lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: Vorratsschädlinge, die Lebensmittel zersetzen, und Hygieneschädlinge, die Krankheitserreger übertragen können.
Wie sehen Milben in der Küche aus?
Vorratsmilben sind nur 0,3 bis 0,7 mm groß, weißlich bis bräunlich und mit bloßem Auge kaum zu unterscheiden. Mehlmilben sehen Sie allenfalls als kleine, helle Punkte. Bei starkem Befall bilden tote Milben, Kot und Häutungsreste einen bräunlichen Belag auf den Lebensmitteln, und die Ware riecht unangenehm, beißend und süßlich. Ein einfacher Test laut Umweltbundesamt: Kleben Sie einen Klebestreifen auf Verpackung oder Regalboden, ziehen Sie ihn ab und betrachten Sie ihn mit einer Lupe.
Wie sieht eine Staublaus aus?
Staubläuse sind sehr klein (die Bücherlaus etwa 1 bis 1,5 mm), bräunlich und flügellos. Sie mögen es warm und feucht, am liebsten bei etwa 75 Prozent Luftfeuchtigkeit. Eine Gesundheitsgefahr geht laut Umweltbundesamt von ihnen nicht aus, bei manchen Menschen können Häutungsreste und Kot aber Allergien auslösen. Ein Befall zeigt eine zu hohe Luftfeuchtigkeit an. Halten Sie die Luftfeuchtigkeit niedrig, ideal sind etwa 50 Prozent, und prüfen Sie die Räume auf Wasserschäden. Befallene Vorräte können Sie mindestens sieben Tage bei minus 15 °C einfrieren.

