Eine orientalische Schabe mit dunkelbraunem bis schwarzem, glänzendem Körper läuft über einen leicht feuchten Boden. Die Schabe hat lange Fühler, einen ovalen Körper und stachelige Beine. Die Szene wirkt wie in einem Keller oder einer dunklen Ecke und zeigt viele feine Details der Körperstruktur.

Orientalische Schabe: Erkennen, Einschleppungswege & was jetzt zu tun ist

Sie haben eine dunkle, glänzende Kakerlake im Keller entdeckt und fragen sich, ob das ein ernsthafter Schädling ist? Die Orientalische Schabe (Blatta orientalis) ist eine 20–30 mm große, dunkelbraune Küchenschabe, die feuchte Keller und Abwasserkanäle besiedelt und als Gesundheitsschädling Krankheitserreger wie E. coli und Salmonellen verschleppen kann. In diesem Ratgeber erfahren Sie, woran Sie die Orientalische Schabe sicher erkennen, auf welchen Wegen sie ins Gebäude gelangt und welche Maßnahmen bei einem Befall wirklich helfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine der größten Schabenarten im Haushalt: 20–30 mm groß, dunkelbraun, nicht flugfähig.
  • Gesundheitsschädling im Sinne des Infektionsschutzgesetzes: Kann E. coli, Salmonellen und Staphylokokken verschleppen – Keime bleiben bis zu 3 Tage infektiös.
  • Einschleppung oft unbemerkt: Gebrauchte Möbel, Lebensmittellieferungen und Kanalisation sind häufige Einschleppungswege.
  • DIY-Schädlingsbekämpfung scheitert regelmäßig: Resistenzbildung macht Hausmittel wirkungslos – professionelle Bekämpfung ist erforderlich.
  • Sofort handeln: Früh erkannte Befälle sind einfacher und günstiger zu beseitigen.

Aussehen und Bestimmung: So erkennen Sie die Orientalische Schabe

Die Orientalische Schabe ist die größte der bei uns häufigen Schabenarten – nur die hierzulande seltene Amerikanische Schabe wird noch größer. Weibchen erreichen 20–30 mm, Männchen 21–25 mm Körperlänge. Beide Geschlechter sind dunkelbraun bis schwarz mit einem charakteristisch glänzenden Chitinpanzer. Nur Männchen besitzen Flügel, die etwa zwei Drittel des Hinterleibs bedecken – geflogen wird trotzdem nicht. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist der ölig-muffige Geruch, den die Tiere in befallenen Räumen hinterlassen.

Larven sehen den ausgewachsenen Tieren ähnlich, sind jedoch kleiner und dunkler gefärbt. Wenn Sie solche Schädlinge sehen, handeln Sie sofort. Schaben sind nachtaktiv – eine Sichtung tagsüber deutet auf starken Befall hin. Weiterführende Bestimmungsmerkmale finden Sie in der Schaben-Fachinformation Gesundheitsamt.

Vergleichstabelle: Orientalische, Deutsche und Amerikanische Schabe

Merkmal Orientalische Schabe Deutsche Schabe Amerikanische Schabe
Größe 20–30 mm 13–16 mm 35–40 mm
Farbe Dunkelbraun bis schwarz Hellbraun Rötlichbraun
Flügel Nur Männchen, nicht flugfähig Beide, fliegen jedoch selten Beide, kann fliegen
Bevorzugter Ort Keller, Kanalisation Küche, Wärme Keller, Abwasser
Häufigkeit in Deutschland Häufig Sehr häufig Selten

Ein ausführlicher Steckbrief zur Orientalischen Schabe hilft bei der Bestimmung der richtigen Art.

Woher kommt die Orientalische Schabe? Einschleppungswege im Detail

Die Orientalische Schabe stammt ursprünglich nicht aus Europa; als Herkunftsgebiet gelten Nordafrika und Vorderasien. In Mitteleuropa ist sie seit mehreren Jahrhunderten heimisch. Heute nutzt sie vielfältige Wege, um in Gebäude zu gelangen. Die häufigsten Einschleppungswege sind:

  1. Gebrauchte Möbel und Elektrogeräte: Secondhand-Kühlschränke, Waschmaschinen oder Umzugskartons sind klassische Verstecke für Eipakete und Larven.
  2. Lebensmittellieferungen: Großgebinde aus dem Großhandel können Schaben oder Eikapseln enthalten.
  3. Reisegepäck: Koffer aus Hotels mit Schabenbefall sind ein unterschätzter Einschleppungsweg – ähnlich wie bei Bettwanzen.
  4. Kanalisation und Rohrsysteme: Über undichte Abwasserrohre und Bodenabläufe wandern Schaben direkt ins Gebäude ein.
  5. Nachbarwohnungen: In Mehrfamilienhäusern breitet sich ein Befall über Leitungsschächte aus.

Aus unserer Praxis: Wir beobachten immer wieder, wie Schaben unbemerkt über gebrauchte Kühlschränke ins Haus gelangen. Bis die ersten Tiere sichtbar sind, ist der Befall oft bereits in mehreren Einheiten des Gebäudes präsent – die Vermehrung verläuft schnell und unbemerkt.

Sind Orientalische Schaben gefährlich? Risiken für Gesundheit und Hygiene

Ja, die Orientalische Schabe gilt als ernstzunehmender Gesundheitsschädling. Das Infektionsschutzgesetz definiert Gesundheitsschädlinge in § 2 Nr. 12 allgemein, nennt aber keine einzelnen Arten. Auf Schaben wurden unter anderem E. coli, Salmonellen und Staphylokokken nachgewiesen; Typhus- und Tuberkulose-Erreger werden in der Fachliteratur diskutiert, sind aber nicht belegt. Keime können mehrere Tage am Körper der Tiere überdauern und in dieser Zeit auf Nahrung, Arbeitsflächen und Geschirr gelangen. Weitere Informationen zur gesundheitlichen Einstufung liefert das Schaben – Umweltbundesamt.

Zusätzlich verunreinigen die Tiere Nahrung durch Kot und Häutungsreste. Der typische ölige Geruch hält sich hartnäckig in Räumen. Wer Schaben im Keller entdeckt, sollte wie beim Rattenbefall sofort weitere Befallszeichen prüfen.

Bekämpfung: Was tun gegen Schaben – und warum DIY oft scheitert

Bei einem bestätigten Befall ist professionelle Schädlingsbekämpfung der einzig zuverlässige Weg. Orientalische Schaben bilden schnell Resistenzen gegen handelsübliche Sprühmittel. Dazu kommt ihre hohe Vermehrungsrate: Ein Weibchen produziert mehrere Eikapseln mit je bis zu 16 Larven. Ein typischer Fehler, den wir gerade in Mehrfamilienhäusern immer wieder sehen: Bewohner behandeln sichtbare Ritzen mit Sprühmitteln. Die Schädlinge weichen tiefer ins Mauerwerk aus. Der Befall wirkt kurzzeitig beendet, bricht aber nach wenigen Wochen erneut aus.

Professionelle Schädlingsbekämpfer setzen dagegen auf Biozid-Gele. Diese werden gezielt in Verstecken appliziert und durch Monitoring-Fallen kontrolliert. Diese Mittel dürfen nur von sachkundigem Personal eingesetzt werden – maßgeblich sind die Sachkundeanforderungen der Biozidrechts-Durchführungsverordnung (ChemBiozidDV) und der TRGS 523, nicht die Mitgliedschaft in einem Verband. Mehr zu unseren Leistungen erfahren Sie unter Kakerlaken bekämpfen.

Prävention: So verhindern Sie einen erneuten Befall

Nach erfolgreicher Bekämpfung ist Vorbeugung entscheidend. Feuchte Stellen im Keller, defekte Abwasserrohre und offene Bodenabläufe sind die größten Risikofaktoren – beseitigen Sie diese konsequent. Lagern Sie Nahrung ausschließlich in dicht schließenden Behältern. Vermeiden Sie offen zugängliche Abfälle. Prüfen Sie gebrauchte Möbel und Elektrogeräte vor dem Einbringen ins Haus gründlich auf Eikapseln oder Larven. Das Abdichten von Rohrdurchführungen und Lüftungsöffnungen reicht oft aus, um eine Einschleppung über die Kanalisation zu verhindern.

Fazit: Orientalische Schabe ernst nehmen und schnell handeln

Die Orientalische Schabe ist kein harmloses Insekt, sondern ein ernstzunehmender Gesundheitsschädling. Wer einen Befall vermutet, sollte umgehend einen professionellen Schädlingsbekämpfer kontaktieren – jede Verzögerung erhöht den Aufwand erheblich. Vor allem im Gastronomiebetrieb kann eine Küchenschabe dazu führen, dass das Restaurant geschlossen werden muss. Ein regelmäßiges Monitoring für Lebensmittelbetriebe ist deshalb unerlässlich.

Häufig gestellte Fragen

Sind orientalische Schaben gefährlich?

Ja, die Orientalische Schabe gilt als Gesundheitsschädling im Sinne des Infektionsschutzgesetzes, das solche Schädlinge allerdings nur allgemein definiert und keine Artenliste enthält. Auf den Tieren wurden unter anderem E. coli, Salmonellen und Staphylokokken nachgewiesen; Typhus- und Tuberkulose-Erreger werden in der Fachliteratur diskutiert, sind aber nicht belegt. Keime können mehrere Tage am Körper der Tiere überdauern und gelangen so auf Nahrung und Küchenoberflächen. Ein Befall erfordert deshalb sofortiges Handeln.

Was ist der Unterschied zwischen Kakerlake und Schabe?

Kakerlake und Schabe bezeichnen dasselbe Insekt. „Kakerlake" ist der umgangssprachliche Begriff, „Schabe" die zoologische Bezeichnung. In Deutschland kommen vor allem die Orientalische Schabe, die Deutsche Schabe und selten die Amerikanische Schabe vor. Alle drei Arten gelten als Schädlinge und erfordern bei Befall professionelle Bekämpfung.

Woher kommen plötzlich Schaben in der Wohnung?

Schaben gelangen meist unbemerkt über gebrauchte Möbel, Elektrogeräte, Lebensmittellieferungen oder Reisegepäck in die Wohnung. Auch die Kanalisation ist ein häufiger Einschleppungsweg – über undichte Rohre und Bodenabläufe. In Mehrfamilienhäusern breitet sich ein Befall zudem über Leitungsschächte in Nachbarwohnungen aus. Frühes Erkennen ist entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung.

Inhaltsverzeichnis
Tobias Prange
Veröffentlicht am
8.5.2026
Zuletzt aktualisiert am
4.9.2026

Kammerjäger in Bremen gesucht?
Wir helfen!

Wenn es um Schädlingsbekämpfung geht, ist schnelles und professionelles Handeln entscheidend. Unser Team steht Ihnen kurzfristig zur Seite – mit fachlicher Kompetenz, diskretem Auftreten und einer Lösung, die wirklich funktioniert. Ganz gleich, ob es um akute Probleme oder vorbeugende Maßnahmen geht: Wir sind für Sie da.
Warum Sie mit HHS die richtige Wahl treffen:
Reaktionszeit unter 24 Stunden
Im Notfall zählt jede Stunde – wir sind schnell vor Ort und handeln sofort.
Geschulte Schädlingsbekämpfer
Unsere Arbeit basiert auf höchsten Standards und wird regelmäßig geprüft.
Individuelle Beratung inklusive
Jede Situation ist anders – wir nehmen uns Zeit, Ihre genau zu verstehen und gezielt zu lösen.