Eine professionelle Großküche mit sichtbaren Hygienemaßnahmen nach dem HACCP-Prinzip. Eine Person in hygienischer Arbeitskleidung hält eine Checkliste in der Hand, während saubere Edelstahlflächen, beschriftete Lebensmittelbehälter und Kühlgeräte im Hintergrund zu sehen sind. Die Szene wirkt ordentlich, kontrolliert und lebensmittelsicher.

HACCP einfach erklärt: Grundlagen für sichere Lebensmittelhygiene

Wer in Bremen oder im Umland ein Restaurant betreibt, eine Bäckerei führt oder Lebensmittel verarbeitet, kommt nicht um das Thema HACCP herum. Das klingt für viele zunächst nach lästiger Bürokratie, nach Ordnern voller Listen und unangenehmen Terminen mit dem Veterinäramt.

Diese Skepsis begegnet uns häufig. Dabei hält HACCP Ihnen, richtig angewendet, den Rücken frei – im Alltag, bei Kontrollen und im Ernstfall.

Das Wichtigste zusammengefasst

  • HACCP steht für Gefahrenanalyse und Kontrolle kritischer Punkte
  • Es handelt sich um ein flexibles System, das sich an Ihren Betrieb anpasst
  • Saubere Dokumentation entscheidet bei Kontrollen und Beschwerden über Auflagen oder Entlastung
  • Schädlingsprävention ist ein fester Bestandteil jedes HACCP-Konzepts
  • Regelmäßige Kontrollen verhindern, dass kleine Mängel groß werden

HACCP einfach erklärt: Eine Definition

HACCP steht für Hazard Analysis and Critical Control Points, auf Deutsch: Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte. Entwickelt wurde das System in den 1960er Jahren für die Raumfahrt. Die NASA benötigte absolut sichere Lebensmittel für Astronauten, denn eine Lebensmittelvergiftung im All war keine Option.

Was damals für die Raumfahrt galt, ist heute der Maßstab für sichere Lebensmittel im Alltag. In Deutschland verpflichtet die Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) alle Betriebe, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten oder verkaufen, die HACCP-Grundsätze umzusetzen.

Was bedeutet das konkret?

Sie betrachten jeden Schritt in Ihrem Betrieb, von der Warenannahme über die Lagerung und Zubereitung bis zur Ausgabe an den Kunden. An jeder Stelle fragen Sie sich, ob und wie hier eine Gefahr für die Gesundheit entstehen könnte.

Die Gefahren lassen sich in drei Gruppen einteilen:

  • Biologische Gefahren wie Bakterien oder Schimmel
  • Chemische Gefahren durch Reinigungsmittel, Pestizide oder Rückstände
  • Physikalische Gefahren wie Glassplitter oder Fremdkörper

Wo immer Sie solche Risiken gezielt kontrollieren können, definieren Sie sogenannte kritische Kontrollpunkte.

Die sieben Grundpfeiler eines funktionierenden HACCP-Systems

Damit HACCP im Alltag funktioniert, folgt das System sieben Leitlinien, die logisch aufeinander aufbauen:

  • Risiken erkennen, bevor sie entstehen:
    Sie analysieren alle Arbeitsabläufe und identifizieren Stellen, an denen Lebensmittel verunreinigt oder gesundheitlich bedenklich werden könnten.
  • Entscheidende Kontrollstellen festlegen:
    Sie bestimmen genau die Punkte im Prozess, an denen Sie Risiken gezielt beeinflussen oder ausschließen können – etwa bei Temperaturen, Garzeiten oder beim Schädlingsmonitoring.
  • Klare Grenzwerte definieren:
    Für jede dieser Stellen legen Sie messbare Grenzen fest. So wissen alle im Team, wann eingegriffen werden muss.
  • Regelmäßige Kontrollen einplanen:
    Sie legen fest, wer kontrolliert, wie kontrolliert wird und in welchen Abständen.
  • Reaktionen auf Abweichungen festlegen:
    Wenn ein Grenzwert überschritten wird, ist klar geregelt, was zu tun ist. 
  • Das System regelmäßig überprüfen:
    Sie kontrollieren, ob Ihre Maßnahmen wirken. Stimmen die Messwerte? Werden Abläufe eingehalten? Funktioniert das System noch im Alltag?
  • Alles nachvollziehbar dokumentieren:
    Sie halten Kontrollen, Ergebnisse und Maßnahmen fest. 

Beispiele für die praktische Anwendung von HACCP

Es reicht nicht, gelegentlich nachzusehen, ob der Kühlschrank kalt genug ist. Wichtig ist, dass klar geregelt ist, wer misst, wann gemessen wird und was passiert, wenn der Wert nicht stimmt. 

Die Struktur des HACCP-Systems entlastet Ihren Alltag und schafft Sicherheit für Ihr Team. Es nimmt Entscheidungen aus Stresssituationen heraus und ersetzt Bauchgefühl durch klare Abläufe.

Die Kühlkette im Blick behalten

Ein klassischer Kontrollpunkt ist die Kühlung. Bereits bei der Warenannahme sollten Sie die Temperatur empfindlicher Lebensmittel prüfen. Wird Fleisch oder Fisch zu warm geliefert, geht die Ware zurück. 

Im Kühlraum selbst hängen Temperaturprotokolle oder digitale Sensoren. Morgens und abends wird kontrolliert und dokumentiert. So können Keime sich nicht unbemerkt vermehren. Das ist also ein kritischer Kontrollpunkt

Ein häufiger Fehler, auch in Bremen: Temperaturen werden zwar gemessen, aber Abweichungen nicht konsequent dokumentiert oder nachverfolgt.

Erhitzen von Speisen

Beim sicheren Garen von Speisen können wir uns nach klaren Zahlen richten. Keime wie Salmonellen sterben erst ab einer bestimmten Kerntemperatur ab. Ein typisches Beispiel einer Regel nach HACCP lautet: Geflügel muss mindestens 72 Grad Celsius über zwei Minuten erreichen. 

Schädlingsmonitoring als Kontrollpunkt

Schädlinge stellen eine besondere Gefahr dar. Ratten, Mäuse oder Kakerlaken übertragen Krankheitserreger und kontaminieren Lebensmittel und Oberflächen.

Ohne Schädlingsmonitoring fehlt Ihrem Hygienekonzept ein wichtiger Präventionsfaktor.

Wir von HHS Schädlingsbekämpfung Bremen bieten Gastronomieunternehmen HACCP-konformes Schädlingsmonitoring. Wir platzieren Monitoringstationen an wichtigen Punkten wie Lagerbereichen, Warenannahmen und Entsorgungszonen und kontrollieren sie regelmäßig. 

Finden wir Hinweise auf Aktivität, leiten wir sofort Maßnahmen ein. 

Die Bedeutung von HACCP für Unternehmen

Betrachten Sie HACCP nicht bloß als Pflichtübung. Die Umsetzung liegt in Ihrem eigenen Interesse.

Hygiene ist heute sichtbarer denn je. Bewertungen im Internet verbreiten sich schnell. Ein einziger Vorfall kann Ihren über Jahre hinweg aufgebauten Ruf langfristig schädigen. Mit einem funktionierenden HACCP-System reduzieren Sie dieses Risiko erheblich und sorgen dafür, dass es gar nicht erst zu Problemen kommt.

Rechtliche Absicherung

Kommt es zu einer Beschwerde oder Kontrolle, zählt Ihre Dokumentation. Mit ihr zeigen Sie, dass Sie Ihre Sorgfaltspflichten erfüllen. Ohne Nachweise stehen Sie im Ernstfall schlecht da. Im schlimmsten Fall drohen Bußgelder oder Betriebsschließungen. Mit sauber geführten Unterlagen behalten Sie die Kontrolle. 

Im Ernstfall macht das den Unterschied zwischen einer unangenehmen Prüfung und einem existenziellen Problem.

Bessere Abläufe

Betriebe mit klaren HACCP-Strukturen arbeiten strukturierter. Zuständigkeiten sind geklärt, Prozesse wiederholen sich, die möglichen Fehlerquellen sind gering. Ihnen und Ihren Mitarbeitern spart das Zeit, Geld und Nerven. Auch Verderb und Ausschuss nehmen ab, wenn Probleme früh erkannt werden.

So setzen Sie HACCP um

Die Umsetzung folgt sieben Grundprinzipien. Wichtig ist, dass Sie Ihr Team einbeziehen. Die Mitarbeiter, die täglich mit Lebensmitteln arbeiten, kennen die Schwachstellen am besten.

1. Gefahrenanalyse durchführen

Gehen Sie Ihren Betrieb Schritt für Schritt durch. Wo könnten Lebensmittel verunreinigt werden? Denken Sie an Anlieferung, Lagerung, Zubereitung, Reinigung und Entsorgung. Notieren Sie alle realistischen Risiken.

2. Kritische Kontrollpunkte festlegen

Nicht jeder Arbeitsschritt ist ein CCP. Ein kritischer Kontrollpunkt ist dort, wo Sie eine Gefahr gezielt verhindern oder stark reduzieren können. Temperaturen, Garzeiten oder Schädlingsmonitoring gehören dazu. Allgemeine Sauberkeit ist wichtig, zählt aber meist nicht als CCP.

3. Grenzwerte definieren

Für jeden CCP brauchen Sie klare Grenzwerte. Diese müssen messbar sein. Temperaturangaben, Zeitvorgaben oder Sichtkontrollen mit eindeutigen Kriterien schaffen Klarheit.

4. Überwachung organisieren

Legen Sie fest, wer kontrolliert, wie oft und womit. Digitale Temperaturüberwachung kann hier sinnvoll sein. Sie reduziert Schreibarbeit und meldet Abweichungen sofort. Wichtig ist, dass die Kontrolle zuverlässig stattfindet.

5. Korrekturmaßnahmen festlegen

Was passiert bei Abweichungen? Diese Frage muss im Vorfeld geklärt sein. Fällt die Kühlung aus, darf die Ware nicht einfach weiterverarbeitet werden. Klare Anweisungen verhindern Fehlentscheidungen im Stress.

6. Verifizierung des Systems

Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihr HACCP-System funktioniert. Sind Messgeräte korrekt kalibriert? Werden Listen sauber geführt? Mindestens einmal im Jahr sollte das gesamte Konzept überprüft werden.

7. Dokumentation und Aufzeichnungen

Ohne Dokumentation existiert Ihr HACCP-System für Behörden nicht. Bewahren Sie Temperaturprotokolle, Reinigungspläne und Schädlingsberichte sorgfältig auf. Sie sind der Nachweis, dass Sie Gefahren erkannt, überwacht und ernst genommen haben. Sind die Abläufe einmal etabliert, kosten sie weniger Zeit, als viele Betriebe befürchten.

FAQ

Muss jeder kleine Betrieb ein HACCP-System haben?

Ja. Der Umfang richtet sich nach der Betriebsgröße. Ein Kiosk mit verpackten Waren benötigt weniger Maßnahmen als ein Restaurant, aber das Grundprinzip gilt immer.

Wie lange müssen Unterlagen aufbewahrt werden?

In der Regel mindestens ein Jahr über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln empfehlen wir zwei Jahre.

Kann ich Schädlingsbekämpfung selbst dokumentieren?

Theoretisch ja. In der Praxis ist es jedoch fehleranfällig und schwer prüfsicher umzusetzen. Fachgerechte Monitoring-Systeme und eine prüfsichere Dokumentation lassen sich nur mit Erfahrung zuverlässig umsetzen. Wir erkennen Befall oft, bevor er sichtbar wird.

Fazit

Ein gutes HACCP-System schafft keine Bürokratie, sondern Ruhe im Betrieb. Auf den ersten Blick wirkt das Thema HACCP anstrengend, aber wenn die Routinen erst einmal sitzen (oder Sie einen Partner an Ihrer Seite haben, der das Thema einfach erklärt), verliert HACCP seinen Schrecken.

Wir von der HHS Schädlingsbekämpfung Bremen unterstützen Sie gerne dabei, den zentralen Bestandteil Schädlingsbekämpfung und Schädlingsmonitoring Ihres HACCP-Konzepts zuverlässig abzusichern. 

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Jan Niklas Blome
12.2.2026

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