Wie sieht Marderkot aus?
Marderkot ist laut Forstlicher Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg 5 bis 10 cm lang und 0,5 bis 1 cm dick. Die Form ist spindelförmig bis zylindrisch, häufig korkenzieherartig verdreht und an den Enden zugespitzt.
„5–10 cm lang, ca. 0,5–1 cm dick, spindelförmig bis zylindrisch, häufig korkenzieherartig verdreht und an den Enden zugespitzt.“ Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (2025)
Sechs Merkmale beschreiben eine Marderlosung vollständig. Losung ist der jagdliche Begriff für den Kot von Haarwild.
- Länge: 5 bis 10 cm laut Wildtierkot erkennen (FVA Baden-Württemberg).
- Durchmesser: 0,5 bis 1 cm laut FVA Baden-Württemberg.
- Form: spindelförmig bis zylindrisch, korkenzieherartig verdreht, Enden zugespitzt.
- Inhalt: Haare und Knochenreste von Mäusen und Vögeln im Winter, Früchte und Beeren im Sommer und Herbst.
- Konsistenz: frisch weich-breiig, älter hart.
- Grenze der Bestimmung: rein morphologisch kaum von Fuchskot zu unterscheiden.
Die FVA Baden-Württemberg ist die einzige geprüfte Forschungsquelle mit konkreten Werten zu Steinmarderkot. Die Dicke liegt damit unter den Werten, die Ratgeberseiten ohne Quellenangabe nennen. Fuchskot ist laut FVA Baden-Württemberg 3 bis 10 cm lang und läuft an einem Ende ebenfalls spitz oder gedreht zu. Die Form allein trennt Marderkot deshalb nicht sicher vom Kot des Fuchses.
Warum liegen Haare, Knochen und Kerne im selben Kot?
Der Steinmarder ist laut Deutschem Jagdverband ein Allesfresser mit opportunistischer Nahrungsstrategie. Zum Nahrungsspektrum gehören Mäuseartige, Hase, Kaninchen, Bodenbrüter, Obst und im Siedlungsbereich Hausgeflügel. Der Kotinhalt wechselt laut FVA Baden-Württemberg mit der Jahreszeit: Haare und Knochenreste im Winter, pflanzliche Reste aus Früchten und Beeren im Sommer und Herbst. Der Inhalt verrät damit die Jahreszeit, der Fundort verrät das Tier.
Wo findet man Marderkot im Haus und im Garten?
Der Steinmarder legt seinen Kot laut FVA Baden-Württemberg an festen Latrinen ab, meist an erhöhten oder geschützten Stellen im Siedlungsbereich. Eine Latrine ist ein fester Kotplatz, den der Marder zur Reviermarkierung immer wieder aufsucht.
- Dachboden und Dämmung: Hauptfundort im Siedlungsbereich (FVA Baden-Württemberg 2025).
- Heuboden und Speicher: Tagesversteck des Steinmarders (Bayerischer Jagdverband).
- Mauern und Carports: erhöhte oder geschützte Latrinenplätze (FVA Baden-Württemberg 2025).
- Garten unter Obstbäumen: Kot mit Kirschkernen als sicherer Marderhinweis (NABU-Infoblatt Steinmarder).
Der Steinmarder ist laut Deutschem Jagdverband überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und nutzt Dachböden und Scheunen als Unterschlupf. Der Kot wird deshalb morgens gefunden, das Tier selbst dagegen selten. Für den Steinmarder sind laut NABU Schleswig-Holstein Streifgebiete von 0,2 bis 1,11 Quadratkilometern dokumentiert. In einer Nacht wurden dort Wege von 14 Kilometern Länge ermittelt. Ein Tier nutzt laut NABU-Infoblatt Steinmarder im Revier eine größere Zahl von Unterschlüpfen wie Dachböden, Scheunen und Holzstapel. Der Eindruck einer Marderinvasion geht deshalb oft auf ein einziges Tier zurück.
Bei Dachbodenbesichtigungen in Bremen finden wir die Latrine meist in einer Ecke über der Dämmung, in Reichweite des Einschlupfs unter dem Dachüberstand. Die Kotstelle liegt fast nie dort, wo die Bewohner die Geräusche hören.

Wie unterscheidet man Marderkot von Katzen-, Waschbär-, Igel- und Rattenkot?
Marderkot unterscheidet sich in 4 Merkmalen: Länge, Durchmesser, Inhalt und Fundort. Eine sichere Bestimmung über die Form allein ist laut FVA Baden-Württemberg nicht möglich.
Zu Länge, Durchmesser und Form von Katzen-, Igel- und Waschbärkot liegt in behördlichen und wissenschaftlichen Quellen keine belastbare Maßangabe vor. Diese Zellen tragen deshalb den Vermerk „keine Angabe in den Quellen“. Geprüft wurden NABU, LBV Bayern, BUND, Landesämter für Umwelt, Landesjagdverbände und die FVA Baden-Württemberg. Zahlen, die in Ratgeberportalen für diese Arten kursieren, stammen nicht aus einer belegten Quelle.
Drei Kriterien tragen die Bestimmung trotzdem: Fundort, Inhalt und Länge. Belegt sind die erhöhte Latrine im Siedlungsbereich, der gemischte Inhalt aus Haaren, Knochen und Kernen und die Länge von 5 bis 10 cm. Waschbären legen laut Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen ebenfalls Latrinen auf Dachböden an, die Latrine allein trennt die Arten also nicht. Der Waschbär ist laut Deutschem Jagdverband mit 40 bis 70 cm Kopf-Rumpflänge und 5 bis 9 kg deutlich schwerer. Sein Schadensbild ist laut Landesjagdverband Hessen ein anderes: Dämm-Material wird von der Decke gerissen. Rattenkot ist laut Umweltbundesamt mit 1 bis 3 cm deutlich kürzer und liegt entlang der Laufwege. Größe, Menge und Vorgehen beschreibt der Ratgeber Rattenkot erkennen.
Anrufer aus Bremen und dem Umland melden uns im Herbst häufig „Marder auf dem Dachboden“ und meinen den Waschbären. Wir klären die Art vor Ort über Fundort, Kotinhalt und Trittsiegel, bevor wir mit der Reinigung beginnen.
Stammt der Kot vom Steinmarder oder vom Baummarder?
Der Fundort trennt die beiden Arten, nicht die Form. Baummarderkot ist laut FVA Baden-Württemberg 6 bis 12 cm lang und 0,7 bis 1,2 cm dick. Der Baummarder legt ihn an markanten Stellen im Wald ab, im direkten Siedlungsbereich findet er sich selten. Rein morphologisch ist es laut FVA Baden-Württemberg kaum möglich, Baummarderkot von dem des Steinmarders oder des Fuchses zu unterscheiden. Kot auf einem Dachboden im Wohngebiet stammt damit mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Steinmarder.
Wie gefährlich ist Marderkot für Menschen und Haustiere?
Marderkot ist in den geprüften Quellen kein belegter Träger von Fuchsbandwurm oder Toxoplasmose. Für beide Erreger nennt das Robert Koch-Institut andere Endwirte. Endwirt bezeichnet das Tier, in dem der Parasit geschlechtsreif wird und dessen Kot die Eier oder Oozysten enthält.
- Fuchsbandwurm: Hauptendwirt von Echinococcus multilocularis ist laut RKI-Ratgeber Echinokokkose der Fuchs, Hauptendwirt von Echinococcus granulosus der Hund, selten die Katze. Der Steinmarder steht in diesem Ratgeber nicht in der Liste der Endwirte.
- Toxoplasmose: Endwirte von Toxoplasma gondii sind laut Robert Koch-Institut ausschließlich Katzen und andere Felidae. Die Oozysten werden mit dem Katzenkot ausgeschieden und werden erst nach einer Reifungsphase von 2 bis 4 Tagen infektiös.
- Salmonellen: Wild lebende Tiere und Haustiere können laut Bundesinstitut für Risikobewertung Träger von Salmonellen sein, die über Umwelt und Hygienemängel Lebensmittel kontaminieren.
Der Waschbärspulwurm Baylisascaris procyonis gelangt laut Niedersächsischem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit über den Kot des Waschbären in die Umwelt. Infektionen des Menschen sind in Deutschland selten, sind laut LAVES aber im Zuge von Reinigungsarbeiten mit unzureichender Hygiene bereits vorgekommen. Dieses Risiko betrifft Waschbärkot, nicht Marderkot, und ist der zweite Grund für die saubere Artbestimmung vor der Reinigung.
Für die verbreitete Aussage, dass Marderkot Leptospiren, Hantaviren oder Staupeviren enthält, liegt in den geprüften behördlichen und wissenschaftlichen Quellen kein Beleg vor. Belegt sind dagegen die Sachschäden: Steinmarder zerfetzen laut NABU Berlin auf Dachböden das Dämmmaterial und verursachen Lärm. Marder markieren ihre Umgebung laut NABU zusätzlich mit Urintropfen, der Geruch entsteht durch diese Markierung. Suchen Sie bei Beschwerden nach Kontakt mit Tierkot einen Arzt auf.
Wie entfernt man Marderkot sicher und was folgt danach?
Marderkot entfernen Sie in 5 Schritten: Schutzausrüstung anlegen, Kot anfeuchten, Fläche reinigen, Hände waschen und den Einschlupf durch einen Fachbetrieb schließen lassen.
- Schutzausrüstung anlegen: Einmalhandschuhe und Atemschutzmaske tragen, so das Merkblatt Waschbärspulwurm (LAVES Niedersachsen) zu Wildtierkot.
- Kot anfeuchten statt trocken kehren: Staubentwicklung vermeiden, angetrocknete Kotstellen vorher befeuchten (LAVES).
- Fläche reinigen: alle verwendeten Gegenstände einschließlich der Schuhe gründlich reinigen (LAVES).
- Hände waschen: Hände mit warmem Wasser und Seife waschen und sorgfältig abtrocknen, das reduziert die Keimzahl deutlich (Bundesinstitut für Risikobewertung 2024).
- Fachbetrieb einschalten: verschmutzte Dämmung, Urinspuren im Holz und den Einschlupf bewerten lassen.
Die Eier des Fuchsbandwurms bleiben laut Robert Koch-Institut über Monate infektiös und werden über kontaminierte Hände aufgenommen. Handschuhe und Händewaschen gelten deshalb bei jedem Wildtierkot.
Der Steinmarder ist in § 2 Bundesjagdgesetz als Haarwild aufgeführt und unterliegt damit dem Jagdrecht. Nachstellen darf laut NABU nur, wer über eine entsprechende Berechtigung verfügt. Zum Fallenfang ist laut NABU nur berechtigt, wer einen Fallenpass besitzt. Die Jagdzeit ist Landesrecht und weicht ab: NABU und Deutscher Jagdverband nennen den 16. Oktober bis 28. Februar, das Wildtierportal Baden-Württemberg für Baden-Württemberg den 1. Oktober bis 15. Februar. Hausbesitzer dürfen den Marder damit weder fangen noch töten.
„In den Setz- und Brutzeiten dürfen bis zum Selbständigwerden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von Wild ohne Schonzeit, nicht bejagt werden.“ Bundesjagdgesetz, § 22 Absatz 4 (geltende Fassung 2026)
Ein umgesetztes Tier löst das Problem ohnehin nicht. Ein gefangener und mindestens 10 bis 20 Kilometer entfernt freigelassener Marder wird laut NABU binnen ein bis zwei Wochen ersetzt. Der Nachfolger findet den Dachboden anhand der Duftspuren. Von Dachböden sind Steinmarder laut NABU Schleswig-Holstein nur durch deren hermetische Abdichtung fernzuhalten. Welche Maßnahmen zur Vergrämung zulässig und wirksam sind, beschreibt der Ratgeber Marder vertreiben.
Verschmutzte Dämmung, Urinspuren im Holz und offene Einschlupfstellen gehören in fachliche Hände. Unsere Marderbekämpfung in Bremen prüft den Dachboden, dokumentiert die Latrinen und schließt die Einstiege. Der Geruch bleibt dabei das hartnäckigste Problem, weil Urin tief in Holzdielen zieht.

Marderkot ist an Länge, Dicke, Drehung und Inhalt zu erkennen. Die belegte Maßangabe der FVA Baden-Württemberg lautet 5 bis 10 cm Länge und 0,5 bis 1 cm Dicke. Die Form allein reicht nicht, weil Fuchskot ähnlich aussieht und der Fundort den Ausschlag gibt. Die Reinigung folgt der Hygieneregel für Wildtierkot: Handschuhe, Maske, anfeuchten, kein trockenes Kehren. Fünf Fragen bleiben nach einem Kotfund regelmäßig offen.
Häufige Fragen zu Marderkot
Wie groß ist Marderkot?
Marderkot ist laut FVA Baden-Württemberg 5 bis 10 cm lang und 0,5 bis 1 cm dick. Die Enden sind zugespitzt, der Strang ist häufig korkenzieherartig verdreht.
Warum liegt Marderkot immer an derselben Stelle?
Der Steinmarder legt seinen Kot laut FVA Baden-Württemberg an festen Toilettenplätzen ab, sogenannten Latrinen. Mit diesen Latrinen markiert der Marder sein Revier, deshalb wächst der Kothaufen an derselben Stelle weiter.
Ist es Marderkot oder Fuchskot?
Über die Form lässt sich das nicht sicher trennen. Rein morphologisch ist es laut FVA Baden-Württemberg kaum möglich, Marderkot von Fuchskot zu unterscheiden. Den Ausschlag gibt der Fundort auf dem Dachboden.
Überträgt Marderkot Toxoplasmose?
Nein, Endwirte von Toxoplasma gondii sind laut Robert Koch-Institut ausschließlich Katzen und andere Felidae. Die Oozysten werden mit dem Katzenkot ausgeschieden und reifen 2 bis 4 Tage, bis sie infektiös sind.
Wie viele Marder leben auf einem Dachboden?
Meist ein einziges Tier. Ein Steinmarder nutzt laut NABU im Revier eine größere Zahl von Unterschlüpfen und legt nachts Strecken von mehr als acht Kilometern zurück. Die höchste Siedlungsdichte liegt laut NABU bei bis zu 5 Individuen pro 100 Hektar im Siedlungsbereich.
Weiterführende Informationen
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Offizielle Quellen
- Wildtierkot erkennen (FVA Baden-Württemberg), Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (2025)
- § 2 Bundesjagdgesetz, Bundesministerium der Justiz (geltende Fassung 2026)
- RKI-Ratgeber Echinokokkose, Robert Koch-Institut (Stand 01.06.2026)
- Waschbärspulwurm (LAVES Niedersachsen), Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Abruf 2026)

