Wie sieht Mäusekot aus und woran erkennen Sie ihn?
Mäusekot ist spindelförmig und laut Julius Kühn-Institut maximal 1 Zentimeter lang. Er ist laut Bayerischem Landesamt für Umwelt hart und glänzt nicht. Die Körner liegen an den Aufenthaltsorten und entlang der Laufwege der Mäuse.
Sechs Merkmale bestimmen den Fund:
- Form: spindelförmig. Laut Julius Kühn-Institut ist der Kot der Hausmaus spindelförmig geformt.
- Größe: maximal 1 Zentimeter Länge laut Julius Kühn-Institut. Das Internet Center for Wildlife Damage Management nennt im Mittel 6 Millimeter je Kotkorn.
- Oberfläche: hart und ohne Glanz. Mäusekot ist laut Bayerischem Landesamt für Umwelt sehr gleichförmig und aus Pflanzenfasern aufgebaut.
- Fundort: Aufenthaltsorte und Laufwege. Hausmäuse laufen laut LAVES Niedersachsen dicht an Wänden und entfernen sich in der Regel nur 10 bis 12 Meter vom Nest.
- Begleitspuren: Nagespuren. Kot und Nagespuren zeigen laut UC Statewide IPM Program der University of California, dass Hausmäuse aktiv sind.
- Geruch am Fundort: moschusartig. Das UC Statewide IPM Program nennt diesen Geruch für große oder lange bestehende Befälle.
Die Hausmaus erreicht laut LAVES Niedersachsen eine Kopf-Rumpf-Länge von 6 bis 12 Zentimetern bei 10 bis 30 Gramm Körpergewicht.
Typische Befallsorte der Hausmaus sind laut LAVES Niedersachsen Häuser, Wohnbereiche, Speicher und Lagerräume mit Lebens- und Futtermitteln. Suchen Sie zuerst an Wänden und unter Möbeln oder Regalen: Dort verlaufen laut Umweltbundesamt die Laufwege von Mäusen und Ratten.
Rattenkot, Marderkot und Fledermauskot sehen auf den ersten Blick ähnlich aus. Der nächste Abschnitt trennt die vier Kotarten nach Größe, Form und Fundort.
Wie unterscheidet sich Mäusekot von Rattenkot, Marderkot und Fledermauskot?
Mäusekot ist maximal 1 Zentimeter lang, Rattenkot laut Julius Kühn-Institut bis 2 Zentimeter. Fledermauskot ist krümelig und enthält glänzende Chitinteile.
Das Julius Kühn-Institut beschreibt den Kot der Wanderratte ebenfalls als spindelförmig. Mit bis zu 2 Zentimetern Länge ist Rattenkot laut Julius Kühn-Institut deutlich größer als der Kot der Hausmaus. Das Bayerische Landesamt für Umwelt stellt Mäusekot und Fledermauskot direkt gegenüber.
„Im Kot von Fledermäusen lassen sich oft glänzende Chitinteile von Insektenpanzern erkennen, er ist trocken, krümelig und lässt sich leicht zusammenfegen. Der äußerlich ähnliche Mäusekot ist dagegen sehr gleichförmig, aus Pflanzenfasern aufgebaut, hart und glänzt nicht.“ (Bayerisches Landesamt für Umwelt, 2015)
Ein männlicher Steinmarder erreicht laut Landesforsten Rheinland-Pfalz eine Körperlänge von 64 bis 76 Zentimetern. Der Steinmarder nutzt laut Landesforsten Rheinland-Pfalz Garagen, Schuppen und Dachböden als Quartier. Seine Losung ist laut waldwissen.net 5 bis 10 Zentimeter lang und damit viel größer als Mäusekot.
Quellenkürzel: JKI ist das Julius Kühn-Institut, LfU das Bayerische Landesamt für Umwelt, LAVES das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, RKI das Robert Koch-Institut. UC IPM ist das UC Statewide IPM Program, ICWDM das Internet Center for Wildlife Damage Management, waldwissen.net das Informationsportal der forstlichen Forschungsanstalten. Fundorte, Gesundheitsrisiken und die Meldelage in Bremen behandelt unser Ratgeber Rattenkot erkennen. Die Hausmaus darf laut Umweltbundesamt bekämpft werden, Waldmaus und Brandmaus nicht ohne Ausnahmegenehmigung. Die Arten und ihre Merkmale beschreibt der Ratgeber Mäusearten im Garten.
Die Zuordnung der Kotart entscheidet über die nötigen Schutzmaßnahmen. Fledermaus-Guano ist laut Bayerischem Landesamt für Umwelt hygienisch unbedenklich, für Mäusekot gilt diese Entwarnung nicht.
Wie gefährlich ist Mäusekot für die Gesundheit?
Mäusekot kann Krankheitserreger enthalten. Krankheitserreger können laut LAVES Niedersachsen über Exkremente, Sekrete, Kadaver und direkten Kontakt übertragen werden, zum Beispiel Leptospirose oder Hantavirus. Laut Robert Koch-Institut werden Hantaviren über Kot und Urin ausgeschieden, Leptospiren über den Urin.
Hantaviren werden laut RKI-Ratgeber Hantavirus-Erkrankung von infizierten Nagetieren über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden. Der RKI-Ratgeber nennt dazu eine Frist: Die Viren können in den Ausscheidungen mehrere Tage infektiös bleiben, auch in getrocknetem Zustand. Das RKI-Merkblatt Hantavirus von 2019 nennt für die Umwelt eine Überdauerung von mehreren Wochen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt laut Robert Koch-Institut durch Einatmen virushaltiger Aerosole, etwa aufgewirbelten Staubs.
Das Robert Koch-Institut benennt für die beiden in Deutschland krankheitsauslösenden Hantavirus-Typen zwei Reservoirarten. Die Rötelmaus überträgt laut Robert Koch-Institut das Puumalavirus, die Brandmaus das Dobrava-Belgrad-Virus vom Typ Kurkino. Die Hausmaus führt das Robert Koch-Institut für diese beiden Typen nicht als Reservoir. Das RKI-Merkblatt Hantavirus von 2019 gibt trotzdem ausdrücklich Empfehlungen zur Beseitigung von Mäusekot und Mäuseausscheidungen. Die Schutzmaßnahmen beim Reinigen gelten deshalb unverändert. Ein Kotfund zeigt ohne Bestimmung der Art nicht, welche Mäuseart den Kot abgesetzt hat.
Die Zahl der gemeldeten Hantavirus-Erkrankungen schwankt laut Robert Koch-Institut stark: 72 Fälle im Jahr 2006 und 2.825 Fälle im Jahr 2012. Die durchschnittliche jährliche Inzidenz lag laut Robert Koch-Institut zwischen 2010 und 2019 bei 1,3 Fällen je 100.000 Einwohner.
Leptospiren scheiden Reservoirtiere laut RKI-Ratgeber Leptospirose über den Urin aus, teils lebenslang. Der Erreger gelangt laut Robert Koch-Institut über kleine Hautverletzungen und Schleimhäute in den Körper. Das Robert Koch-Institut nennt seit dem Jahr 2000 zwischen 37 und 166 Leptospirose-Fälle pro Jahr in Deutschland. Das UC Statewide IPM Program der University of California nennt für Hausmäuse zusätzlich Salmonellen und das Lymphozytäre-Choriomeningitis-Virus.
Das größte Infektionsrisiko besteht laut RKI-Merkblatt Hantavirus bei Kontakt mit Nagern oder deren Ausscheidungen. Das RKI-Merkblatt nennt die Reinigung von Scheunen, Ställen und Häusern mit Nagerbefall als riskante Tätigkeit. Laut RKI-Merkblatt steckt man sich an, wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt und eingeatmet wird. Deshalb kommt es auf die Reinigungsmethode an.
Wie entfernen Sie Mäusekot sicher?
Mäusekot wird angefeuchtet, nicht gekehrt und nicht gesaugt. Das Robert Koch-Institut empfiehlt 30 Minuten Lüften, Gummihandschuhe, bei Staubentwicklung eine FFP3-Maske und das Besprühen mit Reinigungsmittel.
„Vermeiden Sie es, bei der Entfernung von Mäusekot und Nestmaterial Staub aufzuwirbeln. Benutzen Sie keinen Staubsauger, weil Viren über die Abluft abgegeben werden könnten.“ (Robert Koch-Institut, Merkblatt Hantavirus, 2019)
- Lüften: alle Fenster und Türen vor Beginn der Reinigung mindestens 30 Minuten öffnen. Diese Angabe stammt aus dem RKI-Merkblatt Hantavirus von 2019.
- Schutzausrüstung anlegen: Das RKI-Merkblatt Hantavirus empfiehlt Gummihandschuhe und bei Staubentwicklung eine Atemschutzmaske der Klasse FFP3. Das LAVES Niedersachsen empfiehlt für dieselbe Arbeit einen Mund-Nase-Schutz der Klasse FFP2 sowie Handschuhe und Einmalanzug. Beide Angaben stammen aus Behördenquellen und weichen in der Filterklasse voneinander ab.
- Anfeuchten: Kot, tote Tiere und belegte Fallen laut RKI-Merkblatt gründlich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel besprühen. Die CDC nennt 5 Minuten Einwirkzeit oder die Angabe auf dem Etikett des Desinfektionsmittels.
- Aufnehmen: das angefeuchtete Material laut CDC mit Papiertüchern aufnehmen. Das Robert Koch-Institut rät vom Staubsauger ab, die CDC zusätzlich vom Kehren.
- Flächen reinigen: Böden, Arbeitsflächen und andere Oberflächen laut RKI-Merkblatt sorgfältig mit Haushaltsreiniger säubern.
- Entsorgen: tote Mäuse laut RKI-Merkblatt in eine Plastiktüte geben, verschließen und über den Hausmüll entsorgen.
- Nacharbeit: direkt nach den Arbeiten duschen inklusive Haarewaschen. Das RKI-Merkblatt empfiehlt zudem, die Arbeitskleidung vor der Wiederverwendung zu waschen.
Bei starkem Befall rät das RKI-Merkblatt, einen erfahrenen Schädlingsbekämpfer zu fragen.
Die Reinigung beseitigt den Kot, nicht die Ursache. Taucht danach neuer Kot auf, besteht der Befall weiter. Das Julius Kühn-Institut empfiehlt, Fallen so lange aufzustellen, bis kein Befall mehr durch Kot oder Köderreste zu erkennen ist.
Was tun bei bestätigtem Mäusebefall?
Bei bestätigtem Mäusebefall gilt: Nahrung sichern, Zugänge abdichten und einen Fachbetrieb beauftragen. Die Bekämpfung soll laut LAVES Niedersachsen einem ausgebildeten und geprüften Schädlingsbekämpfer überlassen werden.
- Befall dokumentieren: frischen Kot, Fraßspuren und Nagespuren festhalten. Kot und Nagespuren zeigen laut UC Statewide IPM Program, dass Hausmäuse aktiv sind.
- Nest eingrenzen: Hausmäuse entfernen sich laut LAVES Niedersachsen in der Regel nur 10 bis 12 Meter vom Nest. Das Internet Center for Wildlife Damage Management nennt für die tägliche Aktivität einer Maus ein Gebiet von im Mittel 3 bis 9 Metern Durchmesser.
- Nahrung sichern: Lebensmittel und Tierfutter laut LAVES Niedersachsen so lagern, dass Schadnager sie nicht erreichen.
- Zugänge abdichten: Hausmäuse passen laut UC Statewide IPM Program durch Spalten von rund 6 Millimetern Höhe. Gebäude sollen laut LAVES Niedersachsen gegen Zuwanderung abgedichtet werden.
- Art bestimmen lassen: Die Hausmaus darf laut Umweltbundesamt bekämpft werden. Waldmaus und Brandmaus dürfen laut Umweltbundesamt ohne Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde nicht bekämpft werden.
Mäuse- und Rattengift ohne einen zuvor festgestellten Befall einzusetzen, ist laut Umweltbundesamt in Deutschland seit 2014 grundsätzlich untersagt. Vor dem Einsatz von Rodentiziden ist laut Umweltbundesamt zu prüfen, ob nicht-chemische Methoden wie Fallen ausreichen; welche Maßnahmen Mäuse aus dem Haus halten, zeigt der Ratgeber Mäuse vertreiben. Klebefallen sind laut Julius Kühn-Institut aus Tierschutzgründen fragwürdig. Hausmäuse dringen laut UC Statewide IPM Program häufig im Herbst in Häuser ein, wenn die Nächte kälter werden. Unsere Mäusebekämpfung in Bremen beginnt mit einer Inspektion: Wir prüfen Ihre Räume auf Befallsspuren und suchen mögliche Eintrittsstellen. Zugänge verschließen wir anschließend.
Mäusekot ist spindelförmig, laut Julius Kühn-Institut maximal 1 Zentimeter lang und liegt entlang der Laufwege. Hantaviren gelangen laut Robert Koch-Institut über aufgewirbelten, eingeatmeten Staub in den Körper, deshalb wird der Kot angefeuchtet und weder gekehrt noch gesaugt. Die Bekämpfung sollte laut LAVES Niedersachsen ein ausgebildeter und geprüfter Schädlingsbekämpfer übernehmen. Offen bleiben 5 Fragen: Ansteckung, Zeitfenster, Lebensmittel, Kotmenge und Arztbesuch.
Häufige Fragen zu Mäusekot
Kann man sich durch Mäusekot anstecken?
Ja, eine Ansteckung ist möglich. Die Übertragung von Hantaviren erfolgt laut Robert Koch-Institut durch Einatmen virushaltiger Aerosole, etwa aufgewirbelten Staubs. Kontakt verletzter Haut mit kontaminierten Materialien und Bisse nennt das Robert Koch-Institut als weitere Wege.
Wie lange ist alter Mäusekot noch gefährlich?
Das Robert Koch-Institut nennt dazu zwei Angaben aus zwei Dokumenten. Der RKI-Ratgeber nennt die erste Angabe: Hantaviren können in den Ausscheidungen mehrere Tage infektiös bleiben, auch in getrocknetem Zustand. Das RKI-Merkblatt von 2019 nennt für die Umwelt eine Überdauerung von mehreren Wochen. Ein direkter Kontakt mit den Nagern ist laut RKI-Merkblatt zur Ansteckung nicht nötig.
Was tun, wenn Mäusekot in Lebensmitteln oder Schubladen liegt?
Lebensmittel mit Mäusekot sind laut UC Statewide IPM Program nicht mehr zum Verzehr geeignet. Hausmäuse legen ihre Nester laut LAVES Niedersachsen gerne unmittelbar an oder in Nahrungsmitteln an. Die Nahrungsmittel werden dabei laut LAVES Niedersachsen durch Kot und starke Urinausscheidung verunreinigt.
Wie viel Kot hinterlässt eine Maus pro Tag?
Eine verlässliche Tagesmenge nennen die Fachquellen dieses Ratgebers nicht. Belegt ist die Verteilung: Der Kot liegt laut Julius Kühn-Institut an den Aufenthaltsorten und entlang der Laufwege der Mäuse.
Wann sollte ich nach Kontakt mit Mäusekot zum Arzt?
Bei Verdacht auf eine Infektion ist laut Robert Koch-Institut ein Arzt aufzusuchen. Das RKI-Merkblatt nennt grippeähnliche Beschwerden mit über drei bis vier Tage anhaltendem Fieber über 38 Grad Celsius sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Die Inkubationszeit beträgt laut Robert Koch-Institut üblicherweise 2 bis 4 Wochen.
Weiterführende Informationen
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Offizielle Quellen
- Julius Kühn-Institut, Hausmäuse erfolgreich bekämpfen (2016, PDF)
- Bayerisches Landesamt für Umwelt, Fledermäuse und ihre Quartiere schützen (2015, PDF)
- RKI-Ratgeber Hantavirus-Erkrankung, Robert Koch-Institut (abgerufen 12.09.2026)
- RKI-Merkblatt Hantavirus, Robert Koch-Institut (2019, PDF)
- LAVES Niedersachsen, Die Hausmaus (abgerufen 12.09.2026)

