Welche Zeckenarten krabbeln durch Ihr Beet?
In Bremer Gärten begegnen uns meist zwei Arten, die wir bei unseren Einsätzen regelmäßig identifizieren.
Der Gemeine Holzbock
Der Gemeine Holzbock ist der klassische Vertreter der Zecken, den viele aus dem Garten vertreiben wollen. Klein und dunkel im Aussehen, wartet er an den Blattspitzen von Sträuchern. Streift man mit einem weißen Tuch über die Vegetation, können schnell drei oder vier dieser winzigen Spinnentiere am Stoff kleben. Der Holzbock braucht zwingend Feuchtigkeit. Er vertrocknet, wenn die Sonne zu lange direkt auf ihn brennt.
Die Auwaldzecke
Die Auwaldzecke hat sich in den letzten Jahren in Deutschland immer weiter ausgebreitet. Sie erkennen das Tier an der marmorierten Zeichnung auf dem Rücken. Im Gegensatz zum Holzbock wartet die Auwaldzecke nicht nur passiv. Sie läuft aktiv auf ihre Beute zu.
Die Art ist robuster gegen Trockenheit. Sie findet sich daher häufiger auf offenen Flächen.
Für Menschen ist sie deutlich weniger problematisch als der Gemeine Holzbock, der gefährliche Infektionen übertragen kann. Für Hunde ist die Auwaldzecke aufgrund möglicher Übertragungen von Hundemalaria aber leider ein Problem.
Warum nisten sich Zecken in Ihrem Garten ein?
Zecken suchen Orte, die sie vor dem Austrocknen schützen.
Ein kurz gehaltener Rasen in der prallen Sonne ist für Zecken meist zu trocken. Riskanter sind deswegen die schattigen Ecken. Laub unter einer Hecke bietet das ideale Klima. Häufig beobachten wir, dass Zecken genau dort sitzen, wo die automatische Bewässerung den Boden konstant feucht hält. Dort überdauern sie selbst heiße Sommerwochen ohne Probleme.
Die Maus als wichtigster Wirt
Viele Menschen denken sofort an Rehe als Wirte, wenn es um Zecken geht. Doch die wichtigste Rolle spielen kleine Nagetiere. In ihnen finden Zeckenlarven ihre erste Mahlzeit. Sie fallen nach dem Saugen dort ab und entwickeln sich im Garten weiter. Ein Holzstapel, unter dem Mäuse hin- und her flitzen ist oft die Geburtsstätte einer ganzen Zeckengeneration.
Die Mäusebekämpfung im Garten ist daher gleich doppelt nützlich und dient auch der Vorbeugung von Zecken.
Zecken im Garten bekämpfen: Was hilft wirklich?
Oft fragen uns Gartenbesitzer, ob wir nicht einfach den gesamten Garten spritzen können, um die Zecken zu vertreiben.
Ein flächendeckender Einsatz von Insektiziden ist im privaten Garten selten eine gute Idee. Man trifft damit auch Bienen und andere nützliche Insekten. Alternativen sind zum Beispiel Barrieren an den Übergängen zum Wald oder zu verwilderten Nachbargrundstücken.
Oft sind die Zecken fast ausschließlich in einem schmalen Streifen des Gartens. Durch das Behandeln genau dieser Zonen senken wir das Risiko für ihre Familie massiv.
Der Test mit dem weißen Tuch
Sie können selbst prüfen, wie stark Ihr Garten befallen ist. Nehmen Sie ein helles, angerautes Handtuch und befestigen Sie es an einem Stock. Ziehen Sie dieses Tuch langsam über die Gräser und durch die unteren Zweige Ihrer Hecke.
Machen Sie das an einem warmen Vormittag. Wenn Sie das Tuch danach umdrehen, sehen Sie die dunklen Punkte der Zecken sofort auf dem weißen Stoff.
Kann man Zecken im Garten vorbeugen?
Prävention bedeutet im Umgang mit Zecken im Garten in erster Linie, dem Tier den Lebensraum ungemütlich zu machen.
Halten Sie den Rasen kurz. Kurzes Gras trocknet schneller ab, was die Tiere nicht ausstehen können und hilft, die Zecken aus dem Garten zu vertreiben. Schneiden Sie die Sträucher so zurück, dass keine Äste über die Wege ragen. Wenn Sie beim Vorbeigehen keine Blätter berühren, sinkt das Risiko, eine Zecke abzustreifen. Sammeln Sie Schnittgut und Laub zeitnah auf. Lassen Sie es möglichst nicht in dunklen Ecken liegen.
Ein effektiver Trick ist auch ein etwa 50 Zentimeter breiter Streifen aus Kies oder Rindenmulch zwischen dem Waldrand und Ihrem Rasen. Zecken meiden das Überqueren trockener, heißer Flächen im Garten.
So verhalten Sie sich bei einem Fund richtig
Wenn Sie eine Zecke an sich oder Ihren Kindern entdecken, entfernen Sie das Tier baldmöglichst. Greifen Sie das Tier mit einer Pinzette oder einer Zeckenkarte so nah wie möglich an der Hautoberfläche. Ziehen Sie sie langsam und gerade heraus. Quetschen Sie den Körper des Tieres dabei nicht.
Tragen Sie bei der Gartenarbeit helle Kleidung. Auf dem hellen Stoff sehen Sie krabbelnde Zecken, bevor sie die Haut erreichen. Ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine, wenn Sie im hohen Gras arbeiten. Das sieht vielleicht nicht besonders modisch aus, verhindert aber, dass die Tiere unter die Hose krabbeln. Gärtner, die in kurzen Hosen die Hecke schneiden, sind eine willkommene Einladung für die Parasiten.
Of besteht große Unsicherheit darüber, ob man sofort zum Arzt muss. Wir raten dazu, die Einstichstelle zu markieren und ein Foto zu machen. Beobachten Sie die Stelle über zwei Wochen. Wenn eine ringförmige Rötung auftritt, gehen Sie zu Ihrem Arzt, um eine Borreliose-Infektion auszuschließen.
Zecken im Garten: Besonderheiten in Bremen und Umgebung
Bremen bietet durch die Nähe zur Weser und die vielen Grünzüge wie den Bürgerpark ideale Bedingungen für Zecken. Die hohe Luftfeuchtigkeit in unseren Marschgebieten lässt die Populationen in manchen Jahren stark ansteigen. Besonders in Stadtteilen mit viel altem Baumbestand wie Horn-Lehe, Oberneuland oder Findorff stellen wir eine hohe Aktivität fest. Hier grenzen oft Gärten direkt an öffentliche Parks oder Waldstücke an. Das begünstigt den Zustrom von Zecken durch Wildtiere.
Unsere Experten von HHS Schädlingsbekämpfung Bremen kennen sich mit den lokalen Gegebenheiten bestens aus. Wir schauen uns Ihren Garten an und identifizieren die echten Gefahrenherde. Oft sind es Kleinigkeiten in der Struktur des Gartens, die einen großen Unterschied machen.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Garten eine Gefahr darstellt, unterstützen wir Sie mit einer fachgerechten Analyse vor Ort. Wir zeigen Ihnen genau, wo die Tiere sitzen, damit Sie Ihren Außenbereich wieder ohne Sorgen nutzen können.
Fragen Sie jetzt eine Expertenberatung an.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hilft es, den Garten mit Essigwasser zu spritzen?
Essig vertreibt Zecken nicht dauerhaft. Die Konzentration, die nötig wäre, um eine Wirkung zu erzielen, würde gleichzeitig Ihren Pflanzen und dem Bodenleben schaden. Wir raten von solchen natürlichen Mitteln zum Vertreiben der Zecken ab, da sie eine falsche Sicherheit suggerieren.
Wie kann ich meine Haustiere vor Zecken im Garten schützen?
Hunde und Katzen können Zecken ins Haus bringen. Regelmäßige Kontrolle nach Spaziergängen, Zeckenschutzmittel wie Halsbänder oder Spot-on-Präparate und das Entfernen von Laub- oder Holzstapeln in Aufenthaltsbereichen verringern das Risiko. Auch ein kurz gehaltener Rasen hilft, die Zeckenaktivität zu reduzieren.
Warum habe ich trotz kurzem Rasen Zecken im Garten?
Meist liegt das an den Randbereichen. Zecken sitzen oft in Bodendeckern oder im Efeu an Hauswänden. Auch Haustiere oder Igel bringen immer wieder neue Exemplare direkt auf die Terrasse. Ein kurzer Rasen ist nur ein Teil der Lösung.

