Hornissen bekämpfen – das müssen Sie sofort wissen (Ampelsystem)
Bevor Sie aktiv werden, sollten Sie wissen, welche Maßnahmen rechtlich erlaubt sind. Wir empfehlen folgendes Ampelsystem für den richtigen Umgang mit Hornissen:
Erlaubt, genehmigungspflichtig, verboten: Die Ampel
Grün – ohne Genehmigung erlaubt: Mindestens zwei Meter Abstand zum Nest halten, Flugbahnen beobachten, einzelne Hornissen sanft aus der Wohnung vertreiben, Speisen abdecken und Einschlupflöcher mit Fliegendraht versehen.
Gelb – nur mit Ausnahmegenehmigung: Eine Umsiedlung des Nestes ist genehmigungspflichtig und nur dann erlaubt, wenn eine echte Gefahr besteht – etwa bei Allergikern im Haushalt oder bei einem Nest direkt über einer Haustür. Die Genehmigung erteilt die Untere Naturschutzbehörde.
Rot – streng verboten: Insektenspray ins Nest sprühen, das Flugloch verschließen, das Nest abreißen oder ausräuchern. Jede Tötung oder Zerstörung kann nach aktueller Rechtslage mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.
Ein häufiger Fehler, den wir in unserer Praxis immer wieder sehen: Hausbesitzer sprühen abends Wespenspray ins Einflugloch, weil sie das Nest schnell loswerden wollen. Das ist nicht nur strafbar, sondern provoziert hunderte aufgeschreckte Tiere zur Verteidigung. Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie direkt Kontakt zum Fachbetrieb auf oder ziehen Sie das Merkblatt der Naturschutzbehörde zurate.
Rechtslage: Warum Hornissen unter strengem Schutz stehen
Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist nach der Bundesartenschutz-Verordnung besonders geschützt. Sie darf nicht gefangen, verletzt oder getötet werden, und Nester dürfen nicht eigenmächtig entfernt oder zerstört werden. Wer dagegen verstößt, riskiert je nach Bundesland ein empfindliches Bußgeld.
Der Grund: Hornissen sind wichtige Nützlinge. Ein Volk vertilgt täglich eine beachtliche Menge an Insekten, darunter Mücken, Fliegen und sogar Wespen. Während andere Faltenwespen oft als lästig empfunden werden, leben Hornissen deutlich zurückgezogener und meiden den Menschen.
Eine Bekämpfung ist daher nur in Ausnahmefällen zulässig – und zwar ausschließlich mit einer schriftlichen Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde. Diese wird nur erteilt, wenn das Nest an einer kritischen Stelle sitzt und eine Umsiedlung nachweislich nicht möglich ist. Weiterführende Informationen finden Sie beim Umweltbundesamt zu Hornissen und in den NABU-Informationen zu Hornissen.
Europäische vs. Asiatische Hornisse richtig erkennen
Seit einigen Jahren breitet sich die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) in Deutschland aus. Sie ist als invasive Art vom allgemeinen Artenschutz nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz ausgenommen – trotzdem rät der NABU ausdrücklich davon ab, Tiere oder Nester ohne Fachleute zu entfernen.
Worauf erfahrene Hornissenberater beim Bestimmen besonders achten: Die Asiatische Hornisse hat dunkle Beine mit auffällig gelben Spitzen und ein fast komplett schwarzes Hinterteil mit nur einem orangegelben Band. Die heimische Europäische Hornisse ist größer, hat rotbraune Brustpartien und ein überwiegend gelbes Hinterteil mit schwarzen Zeichnungen.
Beobachten Sie die Tiere aus sicherer Entfernung und machen Sie ein Foto. Funde der Asiatischen Hornisse sollten Sie über die offiziellen Landesmeldestellen oder den NABU melden. Wer unsicher ist, welches Insekt am Haus baut, findet in unserem Ratgeber Bienennest oder Wespennest weitere Bestimmungshilfen.
Hornissennest entfernen: Schritt-für-Schritt zur Umsiedlung
Wenn das Nest wirklich an einer kritischen Stelle sitzt, etwa im Rollladenkasten über der Eingangstür, ist eine Umsiedlung möglich. Gehen Sie dabei in dieser Reihenfolge vor:
- Ruhe bewahren und Abstand halten – mindestens zwei Meter zum Nest, keine hektischen Bewegungen, keine Erschütterungen.
- Hornissenberater kontaktieren – ehrenamtliche Fachberater sind über die Untere Naturschutzbehörde oder den NABU erreichbar und beraten kostenlos.
- Ausnahmegenehmigung beantragen – die Behörde prüft, ob die Umsiedlung notwendig ist, und stellt die Genehmigung schriftlich aus.
- Umsiedlung durch Fachbetrieb – ein qualifizierter Schädlingsbekämpfer oder Imker entnimmt das Nest und bringt es an einem geschützten Standort wieder an.
Kosten: Hornissenberater (kostenlos) vs. Fachbetrieb
Die ehrenamtliche Beratung durch Hornissenberater ist grundsätzlich kostenlos. Bei einer professionellen Umsiedlung durch einen Schädlingsbekämpfer variieren die Kosten je nach Aufwand, Höhe des Nestes und Erreichbarkeit. Bei schwer zugänglichen Stellen, etwa im Dachfirst oder hinter Verkleidungen, kann der Aufwand deutlich steigen. Eine professionelle Wespennest entfernen lassen-Dienstleistung ist oft die sicherste Lösung. Praxistipps zur Umsiedlung finden Sie auch unter Hornissen schützen und helfen.
Einzelne Hornissen vertreiben und vorbeugen
Wenn nur einzelne Hornissen im Wohnbereich auftauchen, brauchen Sie keinen Fachbetrieb. Ein typisches Beispiel aus unserem Alltag: Eine Hornisse fliegt abends durchs Kippfenster ins beleuchtete Wohnzimmer. Schalten Sie das Licht aus, öffnen Sie das Fenster weit, dann findet das Tier in wenigen Minuten selbst hinaus.
Zum Vorbeugen helfen einfache Maßnahmen: Fliegengitter an Fenstern anbringen, kein Fallobst im Garten liegen lassen, Mülltonnen geschlossen halten und Süßgetränke draußen abdecken. Geruchsbasiert lassen sich Hornissen mit Nelkenöl, Basilikum oder Zitronenmelisse auf der Terrasse fernhalten. Weitere sanfte Hausmittel, die auch bei verwandten Arten wirken, beschreiben wir unter Mittel gegen Wespen. Vom Fangen oder Töten mit chemischen Mitteln raten wir dringend ab – das ist nicht nur strafbar, sondern auch unnötig.
Häufig gestellte Fragen
Welches Spray hilft gegen Hornissen?
Kein Insektenspray ist gegen Hornissen erlaubt, da diese Tiere in Deutschland besonders geschützt sind. Der Einsatz von Wespen- oder Hornissenspray ist strafbar und kann empfindliche Bußgelder nach sich ziehen. Setzen Sie stattdessen auf sanfte Vertreibung mit Nelkenöl, Wassernebel oder lassen Sie das Nest durch einen Fachbetrieb umsiedeln.
Wie werde ich ein Hornissennest los?
In vier Schritten: Erstens Ruhe bewahren und mindestens zwei Meter Abstand halten. Zweitens einen ehrenamtlichen Hornissenberater über die Untere Naturschutzbehörde kontaktieren. Drittens dort eine Ausnahmegenehmigung beantragen, falls eine Umsiedlung notwendig ist. Viertens die Umsiedlung durch einen qualifizierten Fachbetrieb oder Imker durchführen lassen – niemals eigenmächtig handeln.
Wann verschwinden Hornissen wieder?
Hornissenvölker sterben im Herbst natürlich ab, nur die begattete Jungkönigin überwintert geschützt an anderer Stelle. Oft ist Abwarten die beste Lösung, da das Nest danach leer bleibt und im Folgejahr nicht wiederbesiedelt wird. Im Frühjahr baut die Königin an einem neuen Ort.
Was haben Hornissen nicht gerne?
Hornissen meiden bestimmte Gerüche und Bedingungen, die Sie zur sanften Abwehr nutzen können:
- Nelkenöl und Zitronenmelisse auf der Terrasse
- Basilikum-Pflanzen am Fenster
- Leichter Rauch oder Zugluft
- Kein offenes Fallobst im Garten
- Geschlossene Mülltonnen und abgedeckte Süßgetränke
Diese Mittel vertreiben, ohne den Tieren zu schaden.

