Ameisenstraße auf einer Küchenarbeitsplatte zu einem Zuckerhäufchen

Ameisen effektiv bekämpfen: Methoden, Rechtslage und wann der Profi ran muss

Sie haben Ameisen in der Küche, im Wohnzimmer oder Ameisenstraßen auf der Terrasse entdeckt? Ameisen zu bekämpfen bedeutet, gezielt gegen Kolonien vorzugehen, die sich im direkten Umfeld des Menschen ansiedeln. Nicht geschützte Ameisen dürfen Sie bekämpfen, wenn es dafür einen vernünftigen Grund gibt. Wild lebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten, verbietet § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Methoden wirklich funktionieren, was seit 2025 beim Kauf von Ameisenmitteln rechtlich gilt und wann Sie besser einen professionellen Schädlingsbekämpfer hinzuziehen sollten.

‍

Das Wichtigste in Kürze

  • Art bestimmen schützt vor Bußgeldern: Hügelbauende Waldameisen sind besonders geschützt. Wer sie fängt, tötet oder ihre Nester zerstört, riskiert nach § 69 BNatSchG ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.
  • Nest finden ist entscheidend: Bekämpfung nur an Ameisenstraßen beseitigt das Problem nicht dauerhaft.
  • Köder mit Nestwirkung: Arbeiterinnen tragen den Wirkstoff ins Nest und geben ihn an Brut und andere Tiere weiter.
  • Seit 2025 keine Selbstbedienung: Insektizide gegen Ameisen dürfen nach § 10 ChemBiozidDV nicht mehr frei im Regal stehen. Die Abgabe erfolgt durch sachkundiges Personal mit Beratungsgespräch.

‍

Bei invasiven Arten den Profi holen: Pharaoameisen und Tapinoma magnum erfordern großflächige Bekämpfungsmaßnahmen, die Laien nicht selbst durchführen sollten.

Ameisenart bestimmen: Ihre wichtigste Entscheidungsgrundlage

Die Bestimmung der Ameisenart ist Ihre wichtigste Entscheidungsgrundlage, bevor Sie mit der Bekämpfung beginnen. In Deutschland gibt es über 100 verschiedene Ameisenarten, von denen einige unter Naturschutz stehen. Die Bekämpfungsstrategie orientiert sich an den Gewohnheiten und Verhaltensweisen der jeweiligen Art. Ein Foto der Ameisen hilft bei der Bestimmung. Achten Sie auf Details wie Körpergröße, Farbe und das Vorhandensein von Flügeln.

‍

Diese Ameisenarten müssen Sie unterscheiden können

Die häufigsten problematischen Arten sind die Schwarze Wegameise, die Gemeine Rasenameise und die Pharaoameise. Die Schwarze Wegameise erkennen Sie an ihrer dunkelbraunen bis schwarzen Färbung und einer Körperlänge von 3-5 Millimetern. Sie baut ihre Nester bevorzugt unter Steinen, Wegplatten oder in Mauerritzen. Die Gemeine Rasenameise ist kleiner, etwa 2-4 Millimeter, und verursacht oft kleine Erdhügel im Rasen.

‍

Besonders problematisch ist die Pharaoameise. Ihre Arbeiterinnen sind nur etwa 2 Millimeter groß, vorne bernsteinfarben und hinten dunkelbraun. Diese invasive Art nistet in beheizten Gebäuden und verbreitet sich über Versorgungsleitungen. Sie ist ein Hygieneschädling: In Großküchen verunreinigt sie Lebensmittel und überträgt Keime, in Krankenhäusern kann sie Wunden mit Krankheitserregern verunreinigen. Die ebenfalls invasive Art Tapinoma magnum bildet sogenannte Superkolonien, die aus Hunderttausenden bis Millionen Tieren bestehen können. Sie hat sich längst nicht mehr nur in Süddeutschland etabliert, sondern ist inzwischen auch in Schleswig-Holstein nachgewiesen; in Niedersachsen war im Mai 2026 ein Vorkommen bekannt, sodass die Art dem Bremer Umland näher rückt. Bei diesen beiden Arten sollten Sie unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, da eigenständige Bekämpfungsversuche meist scheitern.

‍

Geschützte Arten: Hier drohen Bußgelder bei Bekämpfung

Hügelbauende Waldameisen wie die Rote Waldameise und weitere Formica-Arten, etwa die Kerbameisen, sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und dürfen nicht bekämpft werden. Das gilt nicht für die gesamte Gattung Formica. Nach § 44 Absatz 1 BNatSchG ist es verboten, die Tiere zu fangen, zu verletzen oder zu töten und ihre Nester zu beschädigen oder zu zerstören. Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten nach § 69 Absatz 2 Nummer 1 und 3 BNatSchG und können mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

‍

Die Rote Waldameise erkennen Sie an ihrem überwiegend kräftig roten Körper. Kopfoberseite, Teile der Brust, Hinterleib und Beine sind schwarzbraun. Waldameisen bauen charakteristische Hügelnester aus Nadeln und kleinen Ästen im Wald oder waldnahen Garten. Sollten Sie unsicher sein, ob es sich um eine geschützte Art handelt, können Sie unsere Erstberatung nutzen oder sich an die untere Naturschutzbehörde wenden. In Bremen ist das die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, in Bremerhaven der Magistrat. Weiterführende Informationen zu geschützten Arten finden Sie bei den Grundsätzen im Ameisenschutz. Eine Umsiedlung geschützter Arten ist mit entsprechender Genehmigung möglich.

‍

Ameisennest finden: ohne Nest keine dauerhafte Lösung

Das Auffinden des Ameisennests ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche und dauerhafte Bekämpfung. Wer nur die sichtbare Ameisenstraße behandelt, erreicht das Nest nicht. Es bleibt aktiv und produziert weiterhin neue Arbeiterinnen. Ein Waldameisennest kann je nach Art Hunderttausende bis mehrere Millionen Tiere umfassen. Nur wenn Sie das Nest erreichen, können Sie die Königin und damit die Reproduktionsfähigkeit der Kolonie eliminieren.

‍

Folgen Sie den Ameisenstraßen in beide Richtungen: Eine führt zur Nahrungsquelle, die andere zum Nest. Markieren Sie die Laufwege mit Kreide oder Klebeband, um den Verlauf über mehrere Tage zu dokumentieren.

‍

Nestsuche im Haus: Typische Verstecke

Prüfen Sie zunächst alle Bereiche entlang der Ameisenstraße auf Risse, Spalten und Hohlräume. Typische Nistplätze sind Hohlräume in Wänden, hinter Fußleisten, unter losen Fliesen oder in der Dämmung. Besonders kritisch sind Durchführungen von Rohrleitungen und Kabeln.

‍

Bei holzzerstörenden Arten wie der Rossameise müssen Sie gezielt nach geschädigtem Holz suchen. Diese Arten graben Gänge in feuchtes oder bereits vorgeschädigtes Holz und können erhebliche Bauschäden verursachen. Bei Verdacht auf holzzerstörende Ameisen hilft der Deutsche Holz- und Bautenschutzverband (DHBV) bei der Suche nach spezialisierten Anbietern.

‍

Nestsuche im Garten und Außenbereich

Im Außenbereich bauen die meisten Ameisenarten ihre Nester unter Steinen, Gehwegplatten oder direkt im Erdreich. Achten Sie auf kleine Erdhügel, die auf Nestausgänge hinweisen.

‍

Heben Sie vorsichtig verdächtige Steine oder Platten an. Ein Nest erkennen Sie an den vielen weißen Eiern, Larven und Puppen sowie an hektischer Aktivität der Arbeiterinnen. Gehen Sie bei Gartenarbeiten vorsichtig mit Waldameisennestern um: Treten Sie nur von einer Seite an den Hügel heran, denn der unterirdische Teil des Nests kann durch Tritt beschädigt werden.

‍

Sofortmaßnahmen: Was Sie jetzt tun können

Bevor Sie zu chemischen Mitteln greifen, können Sie mit einfachen Sofortmaßnahmen die Situation bereits deutlich verbessern. Diese Schritte unterbrechen die Versorgungsketten der Kolonie und machen Ihr Zuhause weniger attraktiv für die ungebetenen Gäste.

‍

Schritt 1: Futterquellen beseitigen und Zugänge blockieren

Ameisen kommen in Ihr Haus, weil sie dort Nahrung finden. Beseitigen Sie alle zugänglichen Futterquellen: Wischen Sie Arbeitsflächen gründlich ab, verschließen Sie Lebensmittel in luftdichten Behältern und entfernen Sie Krümel sofort. Kontrollieren Sie auch Tierfutternäpfe, denn diese sind für Ameisen besonders attraktiv. Leeren Sie Mülleimer täglich und reinigen Sie verschüttete Flüssigkeiten sofort.

‍

Versiegeln Sie alle Zugangswege mit Silikon, Acryl oder Dichtungsmasse. Prüfen Sie Fenster- und Türrahmen, Durchführungen von Versorgungsleitungen und Risse im Mauerwerk. Vorsorge ist die wirksamste Maßnahme gegen eine Einwanderung von Ameisen ins Haus.

‍

Schritt 2: Ameisenstraßen unterbrechen mit Hausmitteln

Sie können Ameisenstraßen mit verschiedenen Substanzen unterbrechen, die Ameisen meiden. Ätherische Öle wie Lavendel-, Lorbeer-, Eukalyptus- oder Zedernöl meiden Ameisen meist. Die Wirkung ist aber nicht gesichert und nur örtlich: Oft weichen die Ameisen nur an eine andere Stelle aus.

‍

Kieselgur verletzt den Chitinpanzer der Ameisen, sodass die Tiere austrocknen. Ein Hausmittel ist es rechtlich allerdings nicht: Kieselgur-Mittel gegen Insekten sind Biozidprodukte der Produktart 18 und stehen seit 2025 nicht mehr frei im Regal. Für Menschen und Haustiere gilt Kieselgur als nicht gefährlich, den feinen Staub sollten Sie aber nicht einatmen. Beachten Sie jedoch: Diese Methoden unterbrechen nur Laufwege, erreichen aber nicht das Nest.

‍

Bekämpfungsmethoden im Vergleich: Von Hausmitteln bis Profi-Mitteln

Die Wahl der richtigen Bekämpfungsmethode hängt von der Ameisenart, dem Befallsort und Ihrer individuellen Situation ab. Die Wirkstoffwahl richtet sich nach dem Standort und danach, ob Kinder oder Haustiere im Haushalt leben. Im Innenbereich kommen andere Mittel zum Einsatz als im Garten. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Methoden mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

‍

Hausmittel: Was wirklich hilft und was Mythos ist

Kieselgur wirkt durch Austrocknung. Es eignet sich vor allem für Innenräume und überdachte Flächen und sollte gezielt in Verstecke und auf Laufwege gestreut werden. Essig, Zimt oder Natron können einzelne Ameisen kurzfristig vertreiben, bieten aber keinen nachhaltigen Schutz. Diese Mittel eignen sich zur Vorbeugung und als ergänzende Maßnahme, nicht aber zur vollständigen Bekämpfung etablierter Kolonien.

‍

Backpulver kann nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft unter günstigen Bedingungen wirken, wenn Sie es direkt in die Nester streuen. Im Freien ist es allerdings nicht regenfest. Weitere Informationen finden Sie beim Umweltbundesamt zu Ameisen.

‍

Mittelgruppen verstehen: Diese Mittel gibt es (Tabelle)

Gegen Ameisen gibt es verschiedene Mittelgruppen mit unterschiedlicher Wirkung. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick:

‍

Mittel Wirkung Besonderheit
Köder (Gel, Köderlösung oder Köderdose, z. B. mit Spinosad) Ameisen tragen den Wirkstoff ins Nest und geben ihn an Brut und andere Tiere weiter Nestwirkung; seit 2025 keine Selbstbedienung
Sprüh-, Streu- und Gießmittel (z. B. mit Permethrin) wirken direkt abtötend auf getroffene Ameisen erfassen Brut und Königin meist nicht; seit 2025 keine Selbstbedienung
Kieselgur trocknet die Ameisen aus Staub nicht einatmen; seit 2025 keine Selbstbedienung

‍

Köder mit Nestwirkung sind gegen ganze Kolonien geeignet: Die Ameisen nehmen den Wirkstoff auf, tragen ihn ins Nest und geben ihn an andere Tiere und die Brut weiter. Dadurch stirbt das Nest ab. Kontaktgifte wie Permethrin töten direkt getroffene Ameisen, erfassen Brut und Königin aber meist nicht.

‍

Biologische Bekämpfung: Nematoden richtig einsetzen

Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer. Im Handel gibt es Nematoden der Art Steinernema feltiae gegen Ameisen. Laut Hersteller bekämpfen und vertreiben sie Ameisen und wirken direkt im Ameisennest. Eine Gemeinde in Rheinland-Pfalz beschreibt, dass die Nematoden in die Larven der invasiven Ameise Tapinoma magnum eindringen und sie abtöten. Die Nematoden werden mit Wasser vermischt und auf die Nester gegossen.

‍

Für eine erfolgreiche Anwendung muss die behandelte Stelle 14 Tage lang konstant feucht gehalten werden. Ein Hersteller nennt für die Anwendung eine Bodentemperatur von 12 bis 28 Grad Celsius, möglich von Mitte April bis Anfang Oktober. In mehreren Orten der Verbandsgemeinde Edenkoben in Rheinland-Pfalz haben Behandlungen mit Kieselgur und Nematoden gegen Tapinoma magnum gewirkt. Für Menschen und Haustiere sind Nematoden laut Gemeinde nicht gefährlich.

‍

Professionelle Produkte richtig anwenden

Was ist Profi-Ameisengift? Manche Biozidprodukte dürfen laut ihrer Zulassung nur von geschulten berufsmäßigen Verwendern eingesetzt werden. Für diese Mittel schreibt die Gefahrstoffverordnung eine Sachkunde vor. Andere Insektizide gegen Ameisen gibt es seit 2025 nur nach einem Beratungsgespräch, und auch sie erfordern eine sachgemäße Anwendung nach Gebrauchsanweisung. Seit 2025 gelten neue Verkaufsbeschränkungen, die wir im nächsten Abschnitt detailliert erläutern. Beachten Sie bei allen Produkten die Sicherheitshinweise auf der Verpackung und halten Sie Kinder sowie Haustiere von behandelten Bereichen fern.

‍

Ködergel und Köderdosen: So funktioniert die Nestwirkung

Ködergel und Köderdosen wirken über das Nest. Das Gel enthält Lockstoffe und einen insektiziden Wirkstoff, der verzögert wirkt. Welcher Wirkstoff enthalten ist, steht auf der Packung. Die Ameisen nehmen den Wirkstoff auf, tragen ihn ins Nest und geben ihn an andere Tiere und die Brut weiter. Dadurch stirbt das Nest ab.

‍

Wie viel Gel Sie wo auftragen und wie lange es dauert, steht in der Gebrauchsanweisung des Produkts. Köderdosen funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Ein Beispiel ist der Wirkstoff Spinosad: Ein Hersteller bietet eine gebrauchsfertige Ameisen-Köderlösung mit Spinosad an. Die Ameisen tragen sie ins Nest, dort wird sie an Arbeiterinnen, Larven und die Königin verfüttert. Laut Hersteller stirbt die Kolonie innerhalb von drei bis vier Wochen ab.

‍

Streu- und Gießmittel für Außenbereiche

Für großflächige Behandlungen im Garten eignen sich Streu- und Gießmittel. Diese Produkte enthalten Kontaktgifte, zum Beispiel den Wirkstoff Permethrin. Permethrin ist in der EU als Wirkstoff für Insektizide genehmigt; nach einem EU-Beschluss von 2026 gilt die Genehmigung bis zum 31.10.2028. Welcher Wirkstoff enthalten ist, steht auf der Packung. Die Mittel werden direkt auf Nester und umliegende Bereiche ausgebracht. Streugranulate verteilen Sie gleichmäßig über befallene Flächen. Die zulässige Aufwandmenge unterscheidet sich je nach Produkt erheblich und steht auf der Packung. Halten Sie sich strikt an die Zulassungskennzeichnung, eine eigenmächtige Überdosierung ist nicht zulässig. Gießmittel werden mit Wasser verdünnt und direkt auf Nestöffnungen gegossen.

‍

Wie viel Lösung ein Nest benötigt, steht in der Gebrauchsanweisung. Gießen Sie die Lösung langsam, damit sie tief in die Nestgänge eindringt. Beachten Sie: Sprüh- und Spritzmittel mit direkt abtötender Wirkung sind meist nicht für die nachhaltige Bekämpfung der Nester geeignet, weil sie Brut und Königin nicht erfassen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) beschreibt weitere Maßnahmen gegen Ameisen im Garten.

‍

Rechtslage seit 2025: Neue Verkaufsbeschränkungen bei Ameisenmitteln

Seit dem 1. Januar 2025 gelten die §§ 10 bis 13 der Biozidrechts-Durchführungsverordnung (ChemBiozidDV). Insektizide gegen Ameisen gehören zur Produktart 18 und dürfen nach § 10 Absatz 1 ChemBiozidDV nicht mehr frei zugänglich im Regal stehen. Nach § 11 dürfen sie nur von einer sachkundigen Person abgegeben werden, die Sie vorher in einem Abgabegespräch berät.

‍

Diese Regelung soll sicherstellen, dass Verbraucher die Produkte korrekt anwenden und Risiken für Mensch und Umwelt gering bleiben. Inhaltlich muss die sachkundige Person Sie nach § 11 Absatz 2 über vorbeugende Maßnahmen und risikoärmere Alternativen informieren, über die sachgerechte Anwendung einschließlich der Verbote und Beschränkungen, über Risiken und Vorsichtsmaßnahmen sowie über Lagerung und Entsorgung. In Baumärkten und Gartencentern sind entsprechend geschulte Mitarbeiter für diese Beratung zuständig.

‍

Ausgenommen sind nach § 10 Absatz 3 ChemBiozidDV Produkte, die im vereinfachten Verfahren nach Artikel 25 der EU-Biozidverordnung zugelassen sind. Dafür dürfen alle Wirkstoffe nur aus Anhang I der Verordnung stammen, etwa Lavendelöl oder Pfefferminzöl. Kieselgur steht nicht in diesem Anhang. Kieselgur-Mittel gegen Ameisen fallen deshalb ebenfalls unter das Selbstbedienungsverbot. Auf die Wirkstoffkonzentration kommt es dabei nicht an: Auch ein Pyrethrum-Spray ist ein Insektizid der Produktart 18 und fällt damit unter das Selbstbedienungsverbot. Die Regelungen gelten auch im Online-Handel: Dort muss das Abgabegespräch vor dem Kaufabschluss telefonisch oder per Video stattfinden.

‍

Was ist mit Fipronil? Der Wirkstoff steckte früher in vielen Ameisenködern. Seine Genehmigung als Wirkstoff für Biozide ist in der EU am 30.09.2023 ausgelaufen, weil kein Antrag auf Verlängerung gestellt wurde. Fipronil ist deshalb kein aktueller Wirkstoff für Ameisenmittel mehr.

‍

Wann Sie unbedingt einen Schädlingsbekämpfer rufen sollten

Nicht jedes Ameisenproblem lässt sich in Eigenregie lösen. Es gibt klare Situationen, in denen professionelle Hilfe nicht nur sinnvoll, sondern notwendig ist.

‍

Checkliste: Diese 5 Signale erfordern professionelle Hilfe

Erstens: Sie haben Pharaoameisen oder Tapinoma magnum identifiziert. Diese invasiven Arten erfordern großflächige Bekämpfungsmaßnahmen über einen längeren Zeitraum, die Laien nicht selbst durchführen sollten. Ein Merkblatt zur Pharaoameise erläutert die besonderen Herausforderungen. Bei ähnlich komplexen Schädlingen wie Schaben lesen Sie mehr bei der Schabenbekämpfung durch Profis.

‍

Zweitens: Sie haben mehrere Bekämpfungsversuche unternommen, aber die Ameisen kehren immer wieder zurück. Das deutet auf ein großes, schwer zugängliches Nest oder mehrere Nester hin. Drittens: Sie vermuten holzzerstörende Ameisen. Diese können erhebliche Bauschäden verursachen und erfordern Spezialwissen zur Schadensbewertung und Sanierung. Viertens: Der Befall betrifft gewerbliche oder öffentliche Bereiche wie Restaurants, Krankenhäuser oder Kindergärten. Hier gelten besondere Hygienevorschriften. Fünftens: Sie sind unsicher bei der Artbestimmung und befürchten geschützte Arten.

‍

Ablauf der professionellen Bekämpfung

Ein professionelles Schädlingsbekämpfungsunternehmen bestimmt zunächst die Art und führt dann eine gezielte Bekämpfung durch. Informieren Sie sich über die professionelle Ameisenbekämpfung und lassen Sie sich unverbindlich beraten.

‍

Häufig gestellte Fragen

‍

Was hilft 100 Prozent gegen Ameisen?

Eine hundertprozentige Garantie gibt es bei keiner Bekämpfungsmethode. Köder mit Nestwirkung haben die besten Chancen, weil die Ameisen den Wirkstoff ins Nest tragen und an andere Tiere und die Brut weitergeben. Entscheidend ist, dass das Mittel die Königin im Nest erreicht: Nur so wird die Reproduktion gestoppt. Die Anwendung muss über mehrere Wochen erfolgen und konsequent durchgeführt werden. Bei normalen Arten wie der Schwarzen Wegameise oder Rasenameise ist die Erfolgsquote bei korrekter Anwendung hoch. Bei Pharaoameisen ist es laut den Schädlingsbekämpfer-Verbänden fast immer erforderlich, einen Profi einzuschalten. Ihre Kolonien können bis zu 2.000 Königinnen haben. Keine Hausmittel erreichen vergleichbare Wirksamkeit gegen etablierte Kolonien.

‍

Wie bekommt man Ameisen dauerhaft weg?

Die besten Chancen haben Sie mit vier Schritten: Erstens bestimmen Sie die Art, um die richtige Methode zu wählen. Zweitens lokalisieren Sie das Nest und behandeln es direkt mit Ködergel oder Gießmittel. Drittens versiegeln Sie alle Zugänge zum Gebäude mit Silikon oder Dichtmasse. Viertens eliminieren Sie konsequent alle Futterquellen durch strenge Hygiene und luftdichte Lagerung von Lebensmitteln. Ein typischer Fehler ist die Behandlung nur der sichtbaren Ameisenstraße: Das Nest produziert einfach neue Arbeiterinnen. Dauerhaft erfolgreich ist eine Bekämpfung erst, wenn alle Nester der Kolonie beseitigt sind. Kontrollieren Sie nach erfolgreicher Bekämpfung regelmäßig kritische Bereiche und reagieren Sie sofort auf erste Anzeichen neuer Aktivität.

‍

Was ist das stärkste Gift gegen Ameisen?

Entscheidend ist nicht die Stärke, sondern ob der Wirkstoff ins Nest gelangt. Köder mit insektizidem Wirkstoff werden von den Ameisen ins Nest getragen und an andere Tiere und die Brut weitergegeben. Sprühmittel mit direkt abtötender Wirkung erfassen dagegen meist weder Brut noch Königin. Insektizide gegen Ameisen dürfen seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr in Selbstbedienung verkauft werden. Fipronil, früher oft genannt, ist seit dem 30.09.2023 in der EU nicht mehr als Biozid-Wirkstoff genehmigt.

‍

Hilft Backpulver gegen Ameisen?

Backpulver kann unter günstigen Bedingungen wirken, wenn Sie es direkt in die Nester streuen. Im Freien ist es nicht regenfest. Köder mit insektizidem Wirkstoff wirken anders: Die Ameisen tragen den Wirkstoff ins Nest und geben ihn an andere Tiere und die Brut weiter. Wenn Sie auf chemische Wirkstoffe verzichten möchten, sind Nematoden eine Alternative. Auch Kieselgur wirkt. Es ist als Wirkstoff für Insektizide genehmigt und wird seit 2025 nur nach Beratung abgegeben. Den Staub sollten Sie nicht einatmen.

‍

Welche Ameisen darf ich nicht bekämpfen?

Die hügelbauenden Waldameisen der Formica-rufa-Gruppe und weitere Formica-Arten wie die Kerbameisen sind in Deutschland besonders geschützt und dürfen nicht bekämpft werden. Dazu gehören zum Beispiel die Rote Waldameise, die Kahlrückige Waldameise, die Gebirgs-Waldameise und die Große Kerbameise, nicht jedoch jede Art der Gattung Formica. Die Rote Waldameise erkennen Sie an ihrem überwiegend roten Körper mit schwarzbraunem Hinterleib und an Hügelnestern aus Baumnadeln, kleinen Ästen und Moos. Bei Verstößen gegen den Artenschutz drohen nach § 69 Absatz 2 BNatSchG Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Das ist Bundesrecht und gilt in Bremen wie überall in Deutschland. Geschützt sind diese Arten wegen ihrer wichtigen Rolle im Ökosystem: Laut NABU holt ein Waldameisenvolk mit einer Million Tieren im Umkreis von hundert Metern jährlich 28 Kilogramm Insekten. Wenn geschützte Ameisen problematisch werden, ist eine Umsiedlung mit behördlicher Genehmigung möglich. Wenden Sie sich dazu an die untere Naturschutzbehörde oder spezialisierte Umsiedlungsexperten.

Inhaltsverzeichnis
Jan Niklas Blome
Veröffentlicht am
9.1.2026
Zuletzt aktualisiert am
9.10.2026

Kammerjäger in Bremen gesucht?
Wir helfen!

Wenn es um Schädlingsbekämpfung geht, ist schnelles und professionelles Handeln entscheidend. Unser Team steht Ihnen kurzfristig zur Seite – mit fachlicher Kompetenz, diskretem Auftreten und einer Lösung, die wirklich funktioniert. Ganz gleich, ob es um akute Probleme oder vorbeugende Maßnahmen geht: Wir sind für Sie da.
Warum Sie mit HHS die richtige Wahl treffen:
Reaktionszeit unter 24 Stunden
Im Notfall zählt jede Stunde – wir sind schnell vor Ort und handeln sofort.
Geschulte Schädlingsbekämpfer
Unsere Arbeit basiert auf höchsten Standards und wird regelmäßig geprüft.
Individuelle Beratung inklusive
Jede Situation ist anders – wir nehmen uns Zeit, Ihre genau zu verstehen und gezielt zu lösen.